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Bilder einer Trainer-Karriere zum 75. Geburtstag von Udo...

17.01.2010 | 08:33 Uhr
Udo Latteks erste Trainerstation: Mit 30 wurde er 1965 "Co" von Bundestrainer Helmut Schön (Mitte) beim DFB. Rechts im Bild: Physiotherapeut Erich Deuser.
Udo Latteks erste Trainerstation: Mit 30 wurde er 1965 "Co" von Bundestrainer Helmut Schön (Mitte) beim DFB. Rechts im Bild: Physiotherapeut Erich Deuser.

Dortmund.  Am Samstag wurde Udo Lattek 75 Jahre alt. Als Trainer führte er unter anderem den FC Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04. Bilder seiner Karriere vom ersten Meistertitel mit Bayern bis zum Klassenerhalt mit Borussia Dortmund im Jahr 2000.

In seiner aktiven Laufbahn spielte Udo Lattek beim SSV Marienheide, Bayer Leverkusen, VfR Wipperfürth und dem VfL Osnabrück. Während seiner Osnabrücker Zeit (er spielte in der Regionalliga Nord) studierte er in Münster Pädadogik und wurde Lehrer am Engelbert-von-Berg-Gymnasium in Wipperfürth. 1965 nahm Lattek ein Angebot des DFB an und wurde Trainer. Er übernahm die Leitung der Jugendnationalmannschaft und assistierte Helmut Schön bei der A-Nationalmannschaft, bevor er 1970 als 35-Jähriger zum FC Bayern München wechselte - nachdem er von Franz Beckenbauer gefragt wurde. "So begann die ganze Scheiße", sagte er in einem Interview mit dem Sportinformationsdienst (sid).

Die Stationen als Vereinstrainer:

14. März 1970 bis 2. Januar 1975: FC Bayern München

Erfolge: dreimal Deutscher Meister (1972, 1973, 1974), einmal DFB-Pokalsieger (1971) und einmal Sieger im Europapokal der Landesmeister (1974). Lattek trainierte Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Gerd Müller, Paul Breitner, Sepp Maier - eben die erste "goldene Generation" der Bayern und das Gerüst der Weltmeister-Elf 1974.

Die Platzierungen: 2. (Saison 69/70, 47-21 Punkte, 88:37 Tore), 2. (70/71, 48-20, 74:36), 1. (71/72, 55-13, 101:38), 1. (72/73, 54-14, 93:29), 1. (73/74, 49-19, 95:53)

Entlassen wurde Lattek nach einer 0:1-Niederlage beim HSV, als die Bayern am 17. Spieltag nur auf Rang 14 standen (16-18 Punkte, 29:36 Tore).

1. Juli 1975 bis 30. Juni 1979: Borussia Mönchengladbach

Erfolge: zweimal Deutscher Meister (1976, 1977), einmal Sieger im Uefa-Cup (1979). In Mönchengladbach traf Lattek als Nachfolger von Hennes Weisweiler unter anderem auf Berti Vogts und Jupp Heynckes.

Die Platzierungen: 1. (Saison 1975/76, 45-23 Punkte, 66:37 Tore), 1. (76/77, 44-24, 58:34), 2. (77/78, 48-20, 86:44), 10. (78/79, 31-37, 48:60)

1. Juli 1979 bis 10. Mai 1981: Borussia Dortmund

Die Platzierungen: 6. (Saison 1979/80, 36-32 Punkte, 64:56 Tore). Er ging nach dem 30. Spieltag der Saison 80/81, als der BVB nach einem 1:0 gegen Nürnberg auf dem siebten Platz stand. Er bat BVB-Präsident Rauball, den Vertrag vorzeitig aufzulösen, weil sein Sohn Dirk im Alter von 15 Jahren gestorben war, und suchte eine neue Herausforderung in Spanien.

1. Juli 1981 bis 3. März 1983: FC Barcelona

Erfolg: einmal Europapokalsieger der Pokalsieger (1982) - in Barcelona trainierte Lattek den jungen Diego Maradona.

Die Platzierungen: 2. (Saison 1981/82, 45-23 Punkte, 75:40 Tore).

Entlassn wurde Lattek nach einer 0:2-Heimniederlage von Barca gegen Racing Santander. Als Tabellendritter betrug der Rückstand zum Spitzenreiter Real Madrid drei Punkte.

1. Juli 1983 bis 30. Juni 1987: FC Bayern München

Erfolge: Dreimal Deutscher Meister (1985, 1986, 1987), zweimal DFB-Pokalsieger (1984, 1986). Lattek trainierte die Bayern - und Uli Hoeneß begann parallel eine Karriere als Manager.

Die Platzierungen: 4. (Saison 1983/84, 47-21 Punkte, 84:41 Tore), 1. (84/85, 50-18, 79:38), 1. (85/86, 49-19, 82:31), 1. (86/87, 53-15, 67:31).

Am 27. Mai 1987 verloren die Bayern das Endspiel um den Europapokal der Landesmeister gegen den FC Porto mit 1:2 (1:0). Wiggerl Kögl hatte den FCB in Führung gebracht.

1. Juli 1992 bis 17. Januar 1993: FC Schalke 04

Lattek war nur 17 Spiele lang Trainer der Königsblauen. Zum letzten Mal saß er bei einem 1:1 bei Bayern München auf der Trainerbank. Die Schalker standen auf dem elften Platz (16-18 Punkte, 18:23 Tore). Schon ab dem ersten Spieltag lief es nicht bei S04. Der "Spiegel" schrieb: "Schon bei Latteks erster Mannschaftsbesprechung, berichtet ein Schalker Profi, hätten die Spieler nur mit Mühe das Kichern unterdrücken können. Anschließend habe man sich irritiert gefragt: ,Was will der alte Mann von uns?'"

19. April 2000 bis 30. Juni 2000: Borussia Dortmund

Erfolg: Klassenerhalt!

Lattek übernahm den BVB noch einmal nach zehn Spielen in Folge ohne Sieg - und nach sechs Niederlagen hintereinander. Die Borussia war auf Platz 13 abgestürzt und stand nur zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz. Mit "Co" Matthias Sammer gab es zwei Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage. Der BVB beendete die Saison auf Platz elf (40 Punkte, 41:38 Tore).

Tätigkeit als Sportdirektor beim 1. FC Köln:

Von Juli 1987 bis Februar 1988 war er beim 1. FC Köln als Sportdirektor tätig. Er hatte einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben - und machte zu Beginn vor allem mit einem blauen Pullover auf sich aufmerksam. Den zog Lattek während der Spiele immer wieder an - und der FC blieb unbesiegt. Vom FC wechselte er in den Journalismus und wurde Kolumnist bei "Sport-Bild". Vom 13. September 1990 bis 8. März 1992 kehrte er als Sportdirektor zum FC zurück. Am Ende der Saison 90/91 stand der FC auf Rang sieben - und als Lattek 1992 ging, ebenfalls. 1991 saß Lattek für ein Spiel noch einmal auf der Trainerbank. Er übernahm beim Spiel gegen Bayern München (31. August 1991, Endstand: 1:1) den Job des Interimstrainers - als Nachfolger von Erich Rutemöller.

Besonderes:

Udo Lattek und Giovanni Trapattoni sind die einzigen Trainer, die alle drei Europapokale gewinnen konnten. Als einziger deutscher Trainer holte er achtmal die Deutsche Meisterschaft.

Udo Lattek in den Medien:

Im Februar 1988 wurde Lattek Kolumnist bei "Sport-Bild". Seit 1993, dem Jahr des Sendestarts, kommentiert Lattek das Bundesliga-Geschehen beim DSF. Er gehört zum festen Team der Talkrunde "Doppelpass", die sonntags ausgestrahlt wird. Von Moderator Jörg Wontorra wird er immer als "DSF-Legende" angekündigt.

Privates:

Udo Lattek ist mit Hildegard verheiratet und hat zwei Töchter (Sabine, Nadja). Sein Sohn Dirk starb 1981 im Alter von 15 Jahren an Leukämie.

Fotos: imago

Andreas Ernst

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