Aufgeregte Inszenierung der ARD nach Ballack-Aus

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Essen.. Die ARD thematisierte Michael Ballacks WM-Aus in einem „Brennpunkt“ nach der Tagesschau, Moderator Michael Antwerpes hatte Moll aufgelegt. Doch wo ein „Brennpunkt“ ist, muss längst nicht immer Feuer sein.

Erst der Ewig-Winter, dann die Euro-Krise und jetzt das Ballack-Aus. Es steht nicht gut um Deutschland. Um immer dann, wenn’s raucht, hier oder anderswo, ist das Erste mit einem “Brennpunkt” zur Stelle. Diesmal also: Brennpunkt Ballack.

Michael Antwerpes hatte Moll aufgelegt, sah Ballack “um alle Möglichkeiten gebracht”. Aber heimlich legte der ARD-Sportsmann dem Publikum nahe: Fußball-Rambo Kevin Prince Boateng hat womöglich Deutschland um seine WM-Chancen gebracht, als er “den Knöchel der Nation” mit einem Brutaltritt fällte. Kein Wunder, dass TV-Experte Mehmet Scholl pflichtschuldig sekundierte, der verletzte Kicker vom FC Chelsea sei “als Typ unersetzlich”.

Mehr noch: Antwerpes und Ballack spielten mit einer im Netz kursierenden Verschwörungstheorie. Danach haute Ghanas Boateng Deutschlands Ballack bewusst um. Scholl entfuhr, das Foul habe einen “Beigeschmack”.

So aufgeregt die ARD das Fußball-Drama inszenierte, so gelassen blieben Nationaltrainer Löw, das Team und selbst die Fans. Wo ein “Brennpunkt” ist, muss also längst nicht immer Feuer sein. Immerhin: Das Erste war so fix wie sonst der unverletzte Ballack am Ball.