Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Bundesliga-Radio

ARD sieht Konkurrenzkampf um Bundesliga-Radiorechte gelassen entgegen

08.01.2013 | 16:07 Uhr
ARD sieht Konkurrenzkampf um Bundesliga-Radiorechte gelassen entgegen
WDR-Radioreporterin Kerstin Hermes im Gespräch mit Felix Magath - Jürgen Klopp wartet im Hintergrund.Foto: Imago

Köln.  Seit 50 Jahren gibt es bei öffentlich-rechtlichen Radiosendern Bundesligaberichte. Das könnte in der nächsten Saison Geschichte sein, denn die Deutsche Fußball Liga (DFL) schreibt erstmals Radiorechte aus. WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz blickt dennoch optimistisch auf den Poker um die Übertragungslizenzen.

Die traditionsreiche Bundesliga-Konferenz bei den öffentlich-rechtlichen Radiosendern ist in Gefahr - doch die ARD demonstriert trotz der erstmaligen Ausschreibung der Radiorechte Gelassenheit. "Ich gehe davon aus, dass unsere Hörerinnen und Hörer die Liga-Konferenz auch in den kommenden Jahren in gewohnter Qualität hören können", sagte WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz der Nachrichtenagentur dpa. "Wenn es zu einem Wettbewerb kommt: bitteschön."

"Ernstes Interesse von Alternativanbietern"

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat erstmals die Rechte ausgeschrieben . Die beliebte Radio-Konferenz der ARD ist dadurch gefährdet, denn ein Verbund von Privatsendern kann nun mitbieten und in Konkurrenz zur gebührenfinanzierten ARD treten. "Wir machen diese Ausschreibung, da es ein ernsthaftes Interesse von Alternativanbietern gibt", lautete eine Begründung von DFL-Direktor Jan Lehmann.

Bisher gab es kein offizielles Verfahren, die Berichterstattung durch die ARD-Sender ist durch einen sogenannten Kooperationsvertrag geregelt und kostet geschätzte sieben Millionen Euro pro Saison. Auch private Anbieter haben Vereinbarungen mit der Liga, bieten aber keine Konferenzschaltung.

Fußball
Neuer DFL-Geschäftsführer Rettig ein Mann der Tat

Andreas Rettig wird offiziell als neuer DFL-Geschäftsführer vorgestellt – der Rheinländer will mehr über Sport als über Vermarktung reden. Unter seiner Zuständigkeit soll nicht nur die Bundesliga im internationalen Wettbewerb gut aussehen, sondern auch der Blick auf die Nachrücker fallen.

"Wollen weiter Spitzen-Fußball anbieten, aber sicher nicht um jeden Preis"

"Wir wollen weiter Spitzen-Fußball im öffentlich-rechtlichen Radio bieten, aber sicher nicht um jeden Preis", sagte der WDR-Hörfunkdirektor zur Frage nach dem sich abzeichnenden Wettbieten mit privaten Sendern. "Wir gehen mit Selbstbewusstsein in die nächsten Monate, weil wir ein seit vielen Jahren erfolgreiches erstklassiges Produkt anbieten", meinte Schmitz und fügte hinzu: "Das wissen auch die Verantwortlichen der Liga."

Die ARD setzt auf die Tradition. "Die Bundesliga-Konferenz hat längst Kult-Status", sagte WDR-Hörfunkdirektor und verwies darauf, dass die Sendung 2010 mit dem Deutschen Radiopreis ausgezeichnet wurde. "Mehr Spannung geht nicht", erklärte Schmitz: "Das bestätigen Woche für Woche acht Millionen Menschen, die am Samstagnachmittag ihr Radio einschalten."

Den Vorläufer der Konferenz gab es schon am ersten Spieltag der Bundesliga im August 1963: WDR und NDR berichteten auf der Mittelwelle über die Spiele Werder Bremen gegen Borussia Dortmund und Preußen Münster gegen den Hamburger SV. Seit Mitte der 70er Jahre gibt es erste Konferenzschaltungen, die seitdem vom WDR koordiniert werden.

Kommentar
Warum ARD und ZDF ihrem Auftrag nicht gerecht werden

Ihr Auftrag lautet, die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen - auch in Sachen Sportberichterstattung. Das schaffen sie nicht. Während Fußball und Wintersport bis zum Überdruss gesendet werden, gucken die Anhänger klassischer Sommersportarten in die Röhre. Ein Kommentar

Entscheidung fällt bis März 2013

Der DFL geht es nach eigenen Angaben weniger ums Geld. "Nicht nur der Preis, sondern auch das Produkt des Anbieters spielt bei der Vergabe eine Rolle", sagte DFL-Direktor Lehmann. Im Vergleich zu den Einnahmen aus dem TV-Vertrag, der zukünftig 628 Millionen Euro pro Spielzeit einbringt, sind die möglichen Radio-Einnahmen tatsächlich gering.

Die DFL hatte das erstmalige Wettbieten um die Audiorechte in der vergangenen Woche eröffnet und die Ausschreibung der Verwertungsrechte für die Hörfunkübertragungen von allen Spielen der 1. und 2. Bundesliga in einem ersten formalen Schritt angekündigt. Die angebotenen Rechte gelten für vier Spielzeiten von der Saison 2013/2014 an. Die Entscheidung soll bis Ende März 2013 fallen.



Kommentare
Aus dem Ressort
Sport1 zeigt Revierderby und plant mit Regionalliga bis 2016
Live-Übertragung
Live-Spiele aus der Regionalliga bleiben langfristig beim Spartensender "Sport1": Die Kooperation mit den regionalen Fußballverbänden läuft bis Ende der Saison 2015/2016. Spiele aus dem Westen stehen an der Quotenspitze. Im Februar zeigt "Sport1" das Revierderby zwischen RWO und Wattenscheid.
ZDF zeigt Schalkes Schicksalsspiel gegen Maribor
TV-Übertragung
Der Schalker wird glauben, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Das ZDF zeigt am 10. Dezember Schalkes Schicksalsspiel in Maribor im Free-TV. Die Mainzer haben in dieser Saison noch keine Begegnung mit Gelsenkirchener Beteiligung übertragen.
DFB entschuldigt sich für Tweet mit Hakenkreuz-Trikots
DFB
Mangelndes Geschichtsbewusstsein haben Twitterer dem Deutschen Fußball-Bund vorgeworfen: Der Verband hatte am Samstag in einem Tweet zum 100. Länderspielsieg ein Foto von 1942 veröffentlicht, das Spieler mit Hakenkreuz auf dem Trikot zeigte. Der DFB löschte den Tweet und entschuldigte sich.
ARD und ZDF zeigen Spiele der Fußball-WM in Katar
WM
Jetzt ist es amtlich: ARD und ZDF zeigen die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar im Jahr 2022. Der WDR-Rundfunkrat hat am Donnerstagnachmittag dem Rechte-Erwerb zugestimmt. Damit haben alle Gremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ihre Zustimmung gegeben.
Wontorra hört zum Saisonende beim "Doppelpass" auf
Doppelpass
Nach elf Jahren ist Schluss: Jörg Wontorra tritt nach der laufenden Bundesliga-Saison als Moderator der Sport1-Sendung "Doppelpass" ab - hat aber schon Pläne für die Zukunft. Wer künftig den sonntäglichen Fußball-Stammtisch moderiert, steht bereits fest.
Umfrage
Jermaine Jones hat auf Twitter mit Horst Heldt abgerechnet. Peinliche Aktion oder berechtigte Kritik?

Jermaine Jones hat auf Twitter mit Horst Heldt abgerechnet. Peinliche Aktion oder berechtigte Kritik?

 
Fotos und Videos
Olympia und seine Gesichter
Bildgalerie
Sotschi 2014
Sotschi feiert seine Olympischen Spiele
Bildgalerie
Eröffnungsfeier