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Twinterview

Anna-Lena Grönefeld würde gern bei Olympia aufschlagen

22.12.2011 | 18:26 Uhr
Anna-Lena Grönefeld würde gern bei Olympia aufschlagen

Essen.   Die deutsche Tennisspielerin Anna-Lena Grönefeld will sich 2012 nur noch auf ihre Doppelkarriere konzentrieren. In unser Serie "14 Fragen in 140 Zeichen" erzählt sie, warum. Außerdem spricht sie über ihren Traum von Olympia und die Leistung von Steffi Graf.

Es ist ein Interview der etwas anderen Art. „14 Fragen in 140 Zeichen“ heißt die neue Serie bei DerWesten, in der Sportler über den Kurznachrichtendienst „Twitter“ interviewt werden – ein Twinterview. Das Twinterview soll nicht durch den Standard eines normalen Interviews oder besonderen Tiefgang bestechen. Es ist ein Interview für zwischendurch.

Die deutsche Tennisspieler ist viel unterwegs. Gerade kommt sie aus den USA und nach Weihnachten macht sie sich schon wieder auf die Reise. Die 26-Jährige hat es sich im Büro der Trainer des Bundesleistungszentrum in Hannover gemütlich gemacht, sitzt dort vor dem Computer und stellt sich zwischen Training und Massage den Frage-Tweets von DerWesten-Redakteur David Nienhaus.

Hallo @Annagroenefeld - dann lass uns mal beginnen #Twinterview.

Anna-Lena Grönefeld via Twitter: Hallo! Alles klar! Los geht's!

Twittert gerne und viel: Die deutsche Tennisspielerin Anne-Lena Grönefeld.

Du bist gerade erst aus den Staaten zurück. Was machst du in deinen knappen Weihnachtsferien? Australien ruft schon wieder…

Grönefeld: Ich fahre heute über die Feiertage zu meinen Eltern nach Nordhorn, bevor ich am 27.12 nach Auckland aufbreche.

Neuseeland also? Wie groß ist der Koffer, aus dem du auf der Tour lebst? Und was darf nie im Koffer fehlen?

Grönefeld: Eine große Sporttasche und mein Tennisbag! Ich nehm immer viel zu viel mit und die Tasche ist VIEL zu schwer! Kann mich nie entscheiden! - nächster Tweet - Und ganz wichtig meine Handtasche mit allen elektronischen Geräten! Die dürfen nicht fehlen!

Auf deiner Homepage schreibst du, dass du deinen Fokus 2012 auf Doppel legst – Warum? Und war es eine schwere Entscheidung?

Grönefeld: Ich hatte keinen Spass mehr auf dem Platz, wenn ich Einzel gespielt habe! Sollte ich in die Quali kommen spiele ich aber! - nächster Tweet - und es war eine schwere Entscheidung! Aber am Ende sollte es immer noch Spass machen!

Platz 263 ist weit weg von deiner besten Weltranglisten Platzierung 14 - Könnte man sagen, du gibst auf  im Einzel?

Grönefeld: Das Wort aufgeben gefällt mir nicht! Ich habe mich schon mehrmals zurückgekämpft, aber dazu fehlt mir im Moment einfach die Kraft!

Du hast mal gesagt, es sei häufig "sehr einsam auf der Tour." Ist das auch ein Grund, Doppel oder Mixed zu spielen?

Grönefeld: Man hat sicher nicht viele enge Freundschaften. Doppel und Mixed hat mir immer viel Spass gemacht, weil man als Team auftritt!

Trotzdem. So eine Entscheidung ist schwer. Du sagst, du bist erwachsener geworden. Gehört die Entscheidung auch zum erwachsen werden?

Grönefeld: Schwere Frage... aber womöglich schon!:) sich einzugestehen, dass es im Moment nicht mehr geht war nicht so einfach!

Ist Twitter für dich auch ein bisschen ein Instrument gegen die Einsamkeit auf der Tour? Oder nur Hobby?

Grönefeld: Eher ein Hobby!Es ist super seine Fans auf dem Laufenden zu halten. Ich versuche auch öfters was anderes und lustiges zu schreiben.

- Zwischenbemerkung von Anna-Lena Grönefeld: 140 Zeichen sind echt wenig um die Fragen zu beantworten!;) Antwort von David Nienhaus: Du hast vollkommen recht. Aber das ist ja die Herausforderung ;-) -

 Das deutsche Damentennis machte zuletzt positive Schlagzeilen Dank Andrea Petkovic (bei Twittter: @andreapetkovic), Sabine Lisicki (bei Twittter: @sabinelisicki) und Julia Görges (bei Twittter: @juliagoerges)…

Die deutschen Tennis-Damen: Andrea Petkovic, Anna-Lena Groenefeld, Julia Görges und Sabine Lisicki (v.l.n.r.).

Grönefeld: was mich riesig freut! Es ist doch super, dass das Damentennis wieder so populär wird!

Sind die Fußstapfen von Steffi Graf dennoch immer noch zu groß - sowie vielleicht die Erwartungshaltung der Deutschen?

Grönefeld: Was Steffi erreicht hat, wird vielleicht mal wieder in 100 Jahren jemand schaffen! Die Deutschen sollten das realistischer sehen!

Ist die Tennis- bzw. Sportwelt häufig ungerecht – wegen der großen Konkurrenz oder der überdimensionalen Medienlandschaft?

Grönefeld: Es ist alles schnelllebig. Spielt man gut ist man die neue Steffi. Verliert man im Finale ist man im Finale gescheitert!

Was wäre dein Lösungsansatz für diese schnelllebige, kritische Sportwelt?

Grönefeld: Dafür sind 140 Zeichen nun wirklich zu wenig!;) Und ehrlich gesagt, wüsste ich im Moment keinen so wirklichen Lösungsansatz!;)

Gute Antwort! Eine weitere Entscheidung steht an: Olympiastützpunkte Rheinland-Pfalz/Saarland oder Niedersachsen?

Grönefeld: Niedersachen! Ich werde ab jetzt im Bundesstützpunkt Hannover trainieren! Ich wollte wieder näher zu meiner Familie!

 Ein Traum von dir ist Olympia. In sieben Monaten steht da ein olympisches Tennisturnier an….

Grönefeld:  ...aber die Chancen stehen leider nicht gut, denn das DOSP hat nochmal extra Vorlagen um sich qualifizieren zu können! - nächster Tweet - nur Spieler mit "Medaillenchancen" sollen die Chance bekommen! Dabei denke ich, dass heutzutage im Tennis jeder jeden schlagen kann! - nächster Tweet - Der Sinn von den Olympischen Spielen geht da meiner Ansicht nach ein bisschen verloren!

14 und letzte Frage: Was sind deine Ziele für 2012?

Grönefeld: Ganz oben soll der Spaß stehen! Und natürlich möchte ich mich stetig verbessern! Zu guter letzt, gesund bleiben!

Das wünsche ich dir! Vielen Dank für deine Zeit. Hoffentlich hattest du ein bisschen Spaß. Schöne Feiertage.

Grönefeld: Gerne, gerne! Hat mir Spaß gemacht! An alle schon mal Frohe Weihnachten, schöne Festtage und einen guten Rutsch!

+++ Update +++: Der Deutsche Olympische Sportbund DOSB hat sich auf das Twinterview via Twitter gemeldet und Anna-Lena Grönefelds Aussage korrigiert. "Nicht Medaillenchance! Endkampfchance (1 bis 8)", schreibt Christian Klaue vom DOSB. "Gilt für alle Sportarten. Es geht darum, einen einheitlichen Standard für alle Sportarten zu haben. Und der ist Endkampfchance. So schaffen wir es, z.B. Leichtathleten und Tennisspieler auf gleicher Basis zu bewerten, was schwer genug ist."

David Nienhaus

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