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Spielmacher Mesut Özil fehlten die Ideen

29.06.2012 | 18:02 Uhr
Spielmacher Mesut Özil fehlten die Ideen
Nach der enttäuschenden Halbfinal-Niederlage muss Semi Khedira seinem Teamkameraden Mesut Özil wieder auf die Beine helfen.

Warschau.   Bei der WM 2010 in Südafrika war der Stern von Mesut Özil aufgegangen. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an die EM 2012 in Polen und der Ukraine. Doch die Explosion des Spielmachers, der mit Real Madrid Meister in der spanischen Liga geworden war, blieb aus.

Mit dicken roten Kopfhörern um den Hals lief Mesut Özil davon, den müden Blick gesenkt, wortlos. Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen - nur schnell weg. Es war seine Bühne, es war eine große Bühne, es hätte seine EM werden sollen. Doch Özil (21) verließ das Turnier, verließ Warschau als einer der Verlierer in der deutschen Nationalmannschaft. Er hatte einen guten Auftritt, beim Viertelfinale gegen Griechenland (4:2) - aber das war's auch schon. Und ohne Özils Ideen fehlte dem deutschen Spiel oft der Glanz.

Von der Explosion, die Bundestrainer Joachim Löw nach der Vorrunde versprochen, die er von seinem Spielmacher erwartet hatte, war im Halbfinale nichts zu sehen. In den Gruppenspielen fehlten Özil, dem besten Vorbereiter der spanischen Liga, die Ideen. Oder er hatte sie, konnte sie aber nicht umsetzen. Die Zuckerpässe in den Rücken der Abwehr, die keiner so gut spielen kann wie er, waren jedenfalls nicht zu sehen.

Gegen Italien blieb Özil ein Versprechen. Er wirkte gehemmt. Dem kleiner Magier war der Zauber abhanden gekommen. Ein großes Laufpensum und viele Ballkontakte reichten nicht aus, um sich in den Vordergrund zu drängen. Der 33 Jahre alte Andrea Pirlo machte es seinem 12 Jahre jüngeren Kollegen vor, wie man ein Team als Stratege zum Ziel führt.

Bernd Schuster kritisiert den Spieler von Real Madrid

2010 bei der WM in Südafrika war der Stern des früheren Schalkers und Bremers aufgegangen. Real Madrid hatte sofort zugegriffen. 2012 sollte die EM zum großen internationalen Durchbruch von Özil führen. Der nächste Schritt zum Weltstar blieb aus - auch wenn Löw seinen "Zehner" mit der Trikotnummer acht ein ums andere Mal lobte und Özil sogar zweimal (gegen Portugal zum EM-Auftakt und Griechenland) zum "Man of the Match" gewählt wurde.

Der ehemalige Nationalspieler Bernd Schuster ist bereits mit Özil ins Gericht gegangen. "Mesut hat so gespielt, wie ich ihn kenne aus Madrid. Große Momente, aber nie ein komplett spektakuläres Spiel. Er stoppt sich für meine Begriffe immer selbst", sagte der Europameister von 1980, einst selbst ein begnadeter Fußballer.

Nach der Vorrunde hatte Özil immerhin eingeräumt, "dass ich noch besser spielen kann. Weil ich weiß, was in mir steckt. Und das habe ich noch nicht alles gezeigt", sagte er und fügte an: "Ja, ich muss und will mich steigern."

Und die Erwartungen groß, hatte doch kein Geringerer als Real-Trainer Jose Mourinho seinen Mittelfeldspieler unlängst als "die beste Nummer 10 der Welt" bezeichnet. Özil werde bei Real Geschichte schreiben, sagte 'The Special One', fügte aber auch an: "Er hat noch viel Luft nach oben."

sid



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