Skispringer wollen auf dem Podium landen

Bischofshofen..  Stefan Kraft will sich auf seiner Heimschanze zum neuen Tournee-König krönen – und auch die deutschen Skispringer um Innsbruck-Sieger Richard Freitag hoffen auf ein großes Finale. Beflügelt vom Triumph am Bergisel fiebern die DSV-Adler dem finalen Showdown bei der 63. Vierschanzentournee an diesem Dienstag in Bischofshofen (16.30 Uhr/ZDF und Eurosport) entgegen. „An einem guten Tag ist das Podium drin. Wir wollen auf jeden Fall einen guten Abschluss machen“, verkündete Bundestrainer Werner Schuster.

In der Qualifikation zeigten sich Freitag und auch Severin Freund in stabiler Verfassung. Freund sprang am Montag mit 132,5 Metern auf Platz fünf, Freitag wurde mit 130,5 Metern Achter. Auch Michael Neumayer, Stephan Leyhe, Marinus Kraus, Daniel Wenig und Markus Eisenbichler sind beim Tournee-Finale dabei. Für Freitag war seine Leistung „soweit in Ordnung. Ich freu’ mich auf morgen“, sagte er im ZDF. Auch Freund rechnet sich einiges aus: „Wir wollen hier auch noch mal angreifen, und das werden wir machen.“

Die Qualifikation gewann der Österreicher Michael Hayböck mit 137,5 Metern. Der Führende im Gesamtweltcup lag vor seinem Landsmann Kraft, der beste Chancen auf den Tourneesieg hat. Dritter wurde Norwegens Anders Jacobsen mit der Bestweite von 139,5 Metern. Überschattet wurde das Springen von Stürzen des Amerikaners Nicholas Fairall und des Japaners Daiki Ito. Während Ito den Auslauf zu Fuß verlassen konnte, winkte Fairall den Fans auf dem Weg ins Krankenhaus zu.

Freitag kann nach dem ersten deutschen Tournee-Erfolgs seit zwölf Jahren sogar noch Platz drei im Gesamtklassement erreichen, zu dem ihm rund 15 Punkte fehlen. „Ich bleibe bei meinen Sachen, dann schauen wir mal, was herauskommt“, erklärte der 23-Jährige. Im Sog des Sachsen können auch Freund, Kraus und Leyhe auf das beste Tournee-Endergebnis ihrer bisherigen Karrieren hoffen. „Das wäre schon ein Schritt nach vorn“, urteilte Schuster. Er nahm vor allem Freund in die Pflicht, der momentan Gesamt-Zehnter ist.

Bundestrainer mit Freund unzufrieden

„Beim Severin sind die Sprünge nicht so stabil wie noch vor Weihnachten. Da ist ein bisschen der Wurm drin. Er muss im Arbeitsmodus bleiben und sich wieder herankämpfen“, sagte der Bundestrainer. Der Skiflug-Weltmeister selbst schaut nicht auf die Ergebnisliste: „Die Tournee-Gesamtwertung ist mir mittlerweile egal, weil ich schon mal unter den Top Ten war.“