Sieger, Enttäuschte und andere "Helden" - Das Sportjahr 2012 - von A bis Z

Mit 25 hatte sie alles gewonnen, was es im Biathlon zu gewinnen gibt - und trat zurück: Magdalena Neuner.
Mit 25 hatte sie alles gewonnen, was es im Biathlon zu gewinnen gibt - und trat zurück: Magdalena Neuner.
Was wir bereits wissen
Ja, es war ein sportliches Jahr. Es gab Triumphales und Tragisches, Überflieger und Bruchpiloten. Eine Europameisterschaft der Superlative und Olympische Spiele vom Feinsten durften wir genießen. Wir lassen das Sportjahr 2012 Revue passieren – von A bis Z.

Essen.. Das Sportjahr 2012 von A bis Z: Klicken Sie sich durch unsere Bilderstrecke und lassen Sie das zurückliegende Sportjahr mit den besten Höhepunkten Revue passieren. (mit dapd)

Das Sportjahr 2012 von A bis Z

A wie Ausgelöwt – Zur Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine reisen die deutschen Profis als sieggewohnte Favoriten an. Sie beginnen das Turnier erfolgversprechend, doch im Halbfinale scheitern sie an Italien mit 1:2. Und Trainer Joachim Löw, vor dem Turnier noch als Heilsbringer gefeiert, muss sich wegen seiner seltsamen Auswechslungen derbe Kritik gefallen lassen.

B wie Brachial - Robert Harting, Diskuswerfer, reist zu den Olympischen Spielen und erklärt, ohne Gold würde er nicht aus London heimkehren wollen. Er liefert einen packenden Wettkampf ab, gewinnt schließlich, zerreißt sich vor Freude das Trikot und fährt zufrieden nach Berlin zurück. Gold erzwungen, Gold errungen.

C wie Crazy – Ein bisschen durchgeknallt war der Extremsportler Felix Baumgartner schon immer. Am 14. Oktober macht er über New Mexico sein „Meisterstück“. Er lässt sich 39 Kilometer über Grund aus einem Ballon fallen und schießt mit 1324 Stundenkilometern auf die Erde zu. Fünf Minuten nach dem Absprung ist er ein „Held“.

D wie Durchgeknallt – Der Italiener Mario Balotelli ist auch so ein „Held“ – einer der wilden Kerle des Fußballs. Im Halbfinale lehrt der Mann, der auch schon mal Hotelzimmer oder Autos zerlegt, die deutschen Auswahlspieler das Fürchten.

Nase vorn, Nase blutig

E wie Erfolgsgesteuert – Die Formel-1-Saison beginnt gar nicht so doll für den Titelverteidiger Sebastian Vettel. Eine Weile fährt er ein wenig hinterher, doch dann gibt der vom Ehrgeiz Besessene Gas. Und nach dem Überqueren der Ziellinie im letzten Rennen hat sein Bolide die Nase vorn.

F wie Formschwach - Die deutschen Handballer – früher waren das Kandidaten für olympisches Edelmetall oder internationale Titel – mühen sich in der zweiten Reihe ab. Bis sie wieder an die Spitze finden, werden sie sich wohl noch ein paarmal blutige Nasen holen.

G wie Geknechtet - Der Hengst Totilas wurde noch 2011 als der Superstar der Dressurpferde gehandelt. Dann verletzte er sich – und Gerüchte machten die Runde, das Tier würde mit drakonischen Methoden geschunden. So bringt die Quälerei keine Lorbeeren.

H wie Herb - Der FC Bayern München will alles – und erreicht: fast alles! Aber „fast alles“ ist, bei Licht betrachtet, fast nichts. Dreimal müssen sich die Fußballprofis von der Isar mit zweiten Plätzen begnügen. In der Champions League verlieren sie das Finale „dahoam“ gegen Chelsea im Elfmeterschießen, in der Bundesliga werden sie hinter Borussia Dortmund Zweiter. Und im DFB-Pokal fieseln die Dortmunder die Bayern zu allem Überfluss im Endspiel auch noch mit 5:2 ab. Das tut weh!

Aussteiger und Nestbeschmutzer

I wie Intelligent - Michael Schumacher quittiert den Job in der Formel 1. Nie mehr im Kreis fahren. Andere Werte pflegen. Auf Familie machen. Wie weise!

J wie Jovial – DFB-Boss Theo Zwanziger lässt sich emeritieren und kehrt den Wolf im Schafspelz heraus. Er schreibt ein Buch, in dem er mit einigen Weggenossen abrechnet. Schluss mit der Leutseligkeit! Die Fußballfunktionäre sind nicht amüsiert.

K wie Kämpferisch - Die Klitschko-Brüder gewinnen wieder mal alle Titelkämpfe bei den schweren Jungs. Außerdem investieren sie in das „Rocky“-Musical in Hamburg und landen auch da einen Volltreffer.

L wie Launisch - Maria Höfl-Riesch, Skifahrerin, bewegt sich auf dem gesellschaftlichen Parkett geschmeidig, auf den Pisten fädelt sie immer wieder ein. Im Herbst bringt die Garmischerin mit „Geradeaus“ ein Buch auf den Markt, mit dem sie die Branche erzürnt. Sie sei eine „Nestbeschmutzerin“, heißt es. Nun ist es an Maria, sich in den Schmollwinkel zu verziehen...

M wie Mies – Der größter Trickser in Sachen Doping heißt Lance Armstrong. Er hat alle Welt so sehr betrogen, dass ihm die sieben Siege bei der Tour de France nachträglich aberkannt werden. Der Schaden für den Radsport ist am Jahresende noch nicht abzusehen.

N wie Nass - Laura Dekker, zu Beginn ihrer Reise 14 Jahre alt, bringt nach zwei Jahren am 21. Januar 2012 eine Umsegelung der Welt zu Ende. Zuvor hatte sie mit niederländischen Behörden um das Recht gerungen und prozessiert, dies tun zu dürfen.

O wie Olympisch – Ein großer Erfolg werden in London die Paralympics, die Spiele der Behinderten. Endlich haben sich diese Athletinnen und Athleten ihren verdienten Platz in der Welt des Leistungssports gesichert.

P wie Paradiesisch – Die Spiele von London sind ohnehin ein Traum. Das beginnt schon mit einer Eröffnungsfeier, die wohl kaum jemals getoppt werden kann. Nach den Spielen muss man den Bowler ziehen und sagen: Sport feiern, das können sie, die Briten.

"An Tagen wie diesen"

Q wie Quälend - Sepp Blatter steht dem Internationalen Fußball vor. Immer noch. Trotz aller Vorgänge, die ihn in den letzten Jahren mehr und mehr ins Zwielicht gerückt haben. Der fintenreiche FIFA-Boss aus der Schweiz freilich lässt sich nicht aus dem Amt hebeln. Gut tut das dem Fußball nicht.

R wie Riesig – „An Tagen wie diesen“ singen die Menschen im Ruhrpott und lassen Borussia Dortmund wieder und wieder hoch leben. Meister und Pokalsieger und Herrscher der Herzen – Schwarz und Gelb sind die Farben der Saison.

S wie Stark - Der Gewichtheber Matthias Steiner gerät bei Olympia mit dem Genick unter eine 196-Kilo-Hantel. Er steht wieder auf und wird nicht müde zu erklären, dass er nun die wahren Werte des Lebens kennt. Es geht nicht ums Siegen, es geht ums sorgsame Umgehen mit dem Leben. Starke Erkenntnisse eines Erfolgsmenschen.

T wie Tapfer - Fürth und Augsburg kämpfen sich ins Oberhaus des deutschen Fußballs. Dort bekommen sie in der Hinrunde vor allem Haue. Die Neu-Bundesligisten lassen freilich nicht die Köpfe hängen sondern bauen auf alte Kick-Weisheiten. Sie geben ihr Spiel nicht vor dem Schlusspfiff verloren. Wacker, wacker!

U wie Unschlagbar – Was ist schwarz-rot-gold und gewinnt immer. Der Ruder-Achter. Auch bei Olympia kann den langen Kerls keiner das Wasser reichen.

V wie Verrentet - Magdalena Neuner mag nicht mehr. Dabei ist die Biathletin so gut wie nie. Sie gewinnt nochmal bei der WM, dann gibt sie ihr Gewehr ab. Eine kluge Frau, die sagt: Es gibt ein Leben nach dem Sport.

W Willensstark – Es sei dahin gestellt, ob die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein gedopt hat oder nicht. Die Art, wie die 40-Jährige in der Weltspitze mithält, ist beeindruckend.

X wie XXL – Ganz groß kommen bei Olympia zwei alerte Dream Boys aus Norddeutschland raus. Jonas Reckermann und Julius Brink gewinnen überraschend Gold. Da kann man auf Neudeutsch nur noch staunen: Wow! Wow! Wow!

Y wie Yps-geschädigt – Bislang durfte sich Golfer Bernhard Langer beim Einlochen eines überlangen Schlägers bedienen. Der half, das gefürchtete Zittern beim Putten (genannt „Yps“) zu unterbinden. Nun sind die Krückenschläger verboten. Und Langer und seine Leidensgenossen müssen wieder zittern.

Z wie Zornig - Die deutschen Fans sind Ende des Jahres sauer. Die Deutsche Fußball Liga will sie nämlich stärker kontrollieren. Das stinkt den Fans gewaltig.