Das aktuelle Wetter NRW 15°C
French Open

Serena Williams triumphiert nach elf Jahren wieder in Paris

08.06.2013 | 17:58 Uhr
Mit ihrem Triumph bei den French Open fügte Serena Williams ihrer beeindruckenden Titelsammlung den 16. Grand-Slam-Sieg hinzu.Foto: Getty Images

Paris.  Im Finale der French Open entthronte Serena Williams die Weltranglistenerste Titelverteidigerin Maria Scharapowa. Mit 6:4, 6:4 feierte die 31-Jährige nach 1:46 Stunden ihren 16. Grand-Slam-Sieg. Scharapowa lobte ihre Gegnerin als „großartigen Champion.“ Williams habe „herausragend gespielt“.

Nach dem finalen Ass sank Serena Williams auf dem roten Sand des Court Central auf die Knie und vergrub ihr Gesicht in beiden Händen. In einem würdigen Endspiel hatte die beste Tennisspielerin der Gegenwart Titelverteidigerin Maria Scharapowa entthront und erstmals seit elf Jahren die French Open in Paris gewonnen. Mit 6:4, 6:4 fügte Williams nach 1:46 Stunden ihrer beeindruckenden Titelsammlung den 16. Grand-Slam-Sieg hinzu.

„Es war wirklich sehr schwierig. Ich war so nervös, weil ich wusste, dass ich hier gewinnen muss“, sagte Williams: „Ich hätte nie gedacht, dass ich das nach elf Jahren noch einmal schaffen kann.“ Scharapowa lobte Williams als „großartigen Champion. Sie hat in diesem und auch in den vergangenen Jahren herausragend gespielt. Ich hätte hier gerne gewonnen, aber ich komme wieder und werde es erneut versuchen.“

Auf der Tribüne jubelte Geburtstagskind Patrick Mouratoglou, offiziell Serenas Berater, in Wahrheit jedoch das Geheimnis hinter Williams' famoser Siegesserie. Nach der Erstrundenniederlage im vergangenen Jahr hatte sie sich in Mouratoglous Akademie vor den Toren von Paris zurückgezogen, seitdem hat Williams von 76 Spielen nur drei verloren. Während der gemeinsamen Übungsstunden sollen sich Tennisstar und Tennistrainer auch privat näher gekommen sein.

Williams feiert 31. Sieg in Folge

Bekennen wollen sich beide nicht zu ihrer Liaison, in Paris erreichte ihre Partnerschaft dennoch den vorläufigen Höhepunkt - zumindest sportlich. Mit dem 31. Sieg in Folge, so lange war Williams noch nie in ihrer Karriere ungeschlagen geblieben, gewann sie völlig verdient den Coupe Suzanne Lenglen beim wichtigsten Sandplatzturnier der Welt.

Glückliche Siegerin: Serena Williams nach dem anstrengenden French Open Finale gegen Maria Sharapova.Foto: Getty Images

Strahlend nahm Williams den Pokal aus den Händen der dreimaligen Siegerin Arantxa Sanchez entgegen und lauschte der amerikanischen Nationalhymne.

Maria Scharapowa, dem zweiten Superstar der Damentour, blieb da nur die Nebenrolle. Die bestverdienende Sportlerin der Welt, immerhin Weltranglistenzweite und selbst viermalige Grand-Slam-Siegerin verlor zum 13. Mal in Folge gegen Williams. Ihre einzigen beiden Erfolge in nun 16 Duellen liegen bereits neun Jahre zurück. Immerhin verhinderte die Russin ein Debakel wie bei den Olympischen Spielen in London, als sie im Finale um die Goldmedaille 0:6, 1:6 unterlag.

Scharapowa mit starker Anfangsphase

Ein Durchmarsch wie in ihrem rekordverdächtigen Halbfinale gegen Sara Errani, das nur 46 Minuten gedauert hatte, gelang Williams diesmal nicht. Das lag vor allem an Scharapowas starker Anfangsphase. Die 26-Jährige hatte sich viel vorgenommen und feuerte sich nach jedem Punkt lautstark an. Nachdem sie gleich zu Beginn vier Breakbälle abgewehrt hatte, führte sie 2:0 und 40:15, dann wachte Williams auf.

Vier Spiele in Folge gelangen der 31-Jährigen, Scharapowa hatte etwas die Länge in ihren Schlägen verloren. Niemand auf der WTA-Tour nutzt dies so konsequent wie Williams aus. Mit einem ihrer unnachahmlichen Aufschläge über 190 km/h holte sie sich ihren ersten Satzball und verwandelte den zweiten nach 51 Minuten. Ungerührt, als sei die Führung das Selbstverständlichste auf der Welt, ging Williams zu ihrer Bank.

Älteste Siegerin in Roland Garros

Ein ähnliches Bild wie zu Beginn des ersten bekamen die 15.000 Zuschauer auf dem Court Philippe Chatrier im zweiten Durchgang geboten. Erneut wehrte Scharapowa im ersten Spiel Breakbälle ab, diesmal waren es sogar fünf. Doch Williams war längst im Spiel angekommen und ließ sich nicht mehr von ihrem Weg abbringen. Mit 31 Jahren und 247 Tagen ist sie nun die älteste Siegerin in der Ära des Profitennis (seit 1968) in Roland Garros.

Gesichtsakrobaten in Paris

Mit ihrem zweiten Titel nach 2002 ist Williams zudem dem Top-Trio in der Bestenliste der Open Era auf den Fersen. Mit nun 16 Titeln ist sie nur noch zwei Triumphe von Martina Navratilova und Chris Evert entfernt. Bislang noch unangefochten an der Spitze steht Steffi Graf, die insgesamt 22 Mal in Melbourne, Paris, London oder New York gewonnen hat. (sid)



Kommentare
09.06.2013
09:57
Serena Williams triumphiert nach elf Jahren wieder in Paris
von buntspecht2 | #1

Serena Williams ist Kräfte mäßig allen anderen Damen überlegen die sehen gegen Williams wie kleine Mädchen aus also von daher kaum Chancen mir gefällt das Tennisspiel der anderen Spielerinnen besser weil es nicht nur um kraft sondern um richtiges Tennisspielen geht.

Aus dem Ressort
Verkehrschaos vor Köln-Spiel sorgt für großen Ärger beim MSV
Verkehrschaos
Ivica Grlic schaffte es erst kurz vor dem Anpfiff des Pokalspiels zwischen dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln ins Stadion, Aufsichtsratschef Jürgen Marbach benötigte für die 700 Restmeter bis zum Stadion 110 Minuten - und verspricht nun Besserung.
Langerak empfiehlt sich in St.Pauli für weitere BVB-Einsätze
Langerak
Seit Sommer 2010 spielt Mitch Langerak für Borussia Dortmund, seitdem steht er meist im Schatten von Nationalspieler Roman Weidenfeller. Beim 3:0-Sieg gegen St. Pauli zeigte der Australier aber nicht zum ersten Mal, dass er mehr sein kann als nur ein Stellvertreter.
Schalke will in China Strukturen aufbauen
China-Reise
Die Reise des FC Schalke 04 nach Fernost darf als Erfolg betrachtet werden. Eine Delegation des Fußball-Bundesligisten mit Marketing-Vorstand Alexander Jobst an der Spitze hatte sich Anfang der Woche auf den Weg nach China gemacht und kehrt am Freitag nach Gelsenkirchen zurück.
Gladbach fährt im DFB-Pokal-Achtelfinale nach Offenbach
DFB-Pokal
Durch Tore von Thorgan Hazard und Ibrahima Traoré steht Borussia Mönchengladbach in der dritten Runde des DFB-Pokals. Lediglich in den Schlussminuten musste die Borussia beim 2:1-Sieg in Frankfurt noch einmal zittern. Im Achtelfinale reist die Borussia zum Viertligisten Kickers Offenbach.
"Überfordert" – VfL-Vorstand Hochstätter attackiert Schiri
Analyse
Nach der 1:2-Pokal-Pleite beim Drittligisten Dynamo Dresden stellt Sportvorstand Christian Hochstätter vom Fußball-Zweitligisten VfL Bochum die Leistung von Schiedsrichter Markus Wingenbach in Frage. Nie zuvor seit seinem Dienstantritt erlebte man Hochstätter derart aufgebracht.
Umfrage
Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?

Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?