Sebastian Vettel ist auf dem Weg zur Perfektion
09.10.2011 | 19:20 Uhr 2011-10-09T19:20:00+0200
Suzuka. Selten hat ein Formel-1-Pilot so souverän den Titel errungen. 15 Rennen, elf Siege, kein Ausfall sind eine beeindruckende Bilanz. Wahrscheinlich gibt sich Vettel damit trotzdem nicht einmal zufrieden. Ein Kommentar.
Vater Norbert Vettel kennt den Weltmeister der Formel 1 vielleicht am besten. Was die speziellen Qualitäten seines Sohnes Sebastian ausmache, diese Frage beantwortete der Zimmermann aus Heppenheim kürzlich so: „Er lernt blitzschnell. Wie ein Computer, der sich selbst programmiert.“ Belege gefällig? Nehmen wir einfach die komplette Saison 2011. Sämtliche Fehler, die Vettel junior auf seinem Weg zum WM-Triumph 2010 gemacht hatte, kamen in diesem Jahr nicht mehr vor. 15 Rennen, elf Siege, kein Ausfall: Der 24 Jahre junge Hesse nähert sich mit hoher Geschwindigkeit dem perfekten Rennfahrer. Ja, man darf getrost davon ausgehen, dass er trotz WM-Triumph mit Platz drei in Japan gestern nicht hundertprozentig zufrieden war: Es war sein zweitschlechtestes Rennergebnis der Saison. Nicht das, was einen Perfektionisten glücklich macht.
Vettel will sich weiter verbessern
Er wird sich weiter verbessern wollen. Mit diesem Anspruch geht Vettel in die nächste Saison. Aber wie viel Luft nach oben bleibt ihm eigentlich noch? Es sind höchstens Kleinigkeiten, die er jetzt noch lernen kann. Nur zur Erinnerung: Als die Saison 2011 anfing, war Vettel immerhin Weltmeister. Und hat danach einen weiteren Riesen-Schritt nach vorne gemacht. Der Unterschied zwischen den Jahren hätte größer gar nicht sein können: Nach dem Last-Minute-Sieg beim letzten Lauf 2010 in Abu Dhabi hatte er die Konkurrenz diesmal von Beginn an im Griff.
Ein makelloser WM-Sieg von Sebastian Vettel
Und was für eine Konkurrenz! Zum Vergleich: Michael Schumacher hatte es mal mit Damon Hill zu tun, dann mit Jacques Villeneuve, mit Mika Häkkinen, später mit Fernando Alonso – meist war nur einer da, der den Kerpener in seiner Glanzzeit ernsthaft bedrohte. Vettel dagegen muss sich heute gegen eine ganze Meute von Gegnern durchsetzen. Im besten Auto? Vielleicht. Aber dass der Red Bull so gut ist, daran hat Vettel ebenfalls großen Anteil. Und: Die Saison von Mark Webber zeigt, dass selbst ein Red Bull nicht so überlegen ist, dass man damit Kreise um die McLaren und Ferrari fahren könnte. Bei alledem sprach die Formel 1 das ganze Jahr nie von „Team-Order“.
Nein, einen Makel an diesem zweiten WM-Triumph von Sebastian Vettel wird niemand finden können – außer ihm selbst, vielleicht...

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