Schwarzer Tag endet mit Kritik und Verletzung

Vail..  Am Mittwoch herrschte Ruhetag in den Rocky Mountains. Von beschaulicher Stimmung im deutschen WM-Ski-Team konnte nach dem Fiasko im alpinen Team-Event aber nicht die Rede sein. Erst die verpasste Medaille nach dem frühen Aus gegen Kanada, dann die harsche Kritik von Felix Neureuther (Bild) am Trainerteam und als Tiefpunkt eines völlig misslungenen Tages auch noch die niederschmetternde Diagnose bei Veronique Hronek, die einen Kreuzbandriss erlitt. So kam die Zeit zur Aufarbeitung im DSV-Team gerade recht.

Denn vor allem Neureuther hatte die Personalauswahl der Verantwortlichen erzürnt. „Wenn man eine Lena Dürr am Start hat, die Moskau gewonnen hat und die eine Slalom-Fahrerin ist, dann kann man nicht ganz nachvollziehen, dass...“, sagte der 30-Jährige in Vail leicht angesäuert, ohne seinen Satz zu beenden. Die 23 Jahre alte Dürr hatte ihren einzigen Weltcup-Sieg vor knapp zwei Jahren beim Parallel-Slalom in der russischen Hauptstadt geholt, war in dieser Saison aber auf internationalem Spitzenniveau deutlich hinterhergefahren.

Anstelle von Dürr schickte die sportliche Leitung neben Neureuther und Youngster Linus Strasser in Viktoria Rebensburg und Hronek zwei Fahrerinnen auf den technisch anspruchsvollen Kurs, die beide im Weltcup keinen Slalom fahren oder lange nicht mehr gefahren sind.

Das Erstrundenduell mit den Kanadiern, die später im Finale gegen Österreich unterlegen waren, ging verloren. Dass sich Hronek bei ihrem Einsatz noch derart schwer verletzte, passte fast schon ins Bild.

Zumindest Neureuther konnte mit seiner eigenen Leistung beim ersten WM-Start dieser Titelkämpfe zufrieden sein. Der Gold-Anwärter für den Torlauf am Sonntag präsentierte sich in gewohnt starker Form und legte im Team-Wettbewerb die zweitbeste Einzelzeit hin.