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Schiedsrichter Stark belastet Hertha-Profi Kobiaschwili schwer

18.05.2012 | 21:13 Uhr
Unfreiwillig in den Mittelpunkt geraten: Schiedsrichter Wolfgang Stark in Düsseldorf. Foto: Sascha Schürmann/dapd

Essen.   Der Berliner soll den Unparteiischen nach dem Abpfiff des Relegationsspiels in Düsseldorf geschlagen haben. Das Urteil über den Einspruch der Hertha gegen die Wertung der Partie wird erst am Montag verkündet.

Sieben Stunden tagte am Freitag das DFB-Sportgericht, es war eine intensive, emotional geführte und inhaltsschwere Verhandlung. Doch diese sieben Stunden reichten noch nicht aus, um zu einem Ergebnis zu kommen. Die Urteilsverkündung über den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des Relegationsspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2) ist am Abend auf Montag vertagt worden .

Eines aber war schon am Freitag deutlich geworden, bevor die Plädoyers gesprochen wurden: Die um ihr Recht ringenden Berliner dürften ihren Ruf endgültig verspielt haben. Denn der wichtigste Zeuge nahm unmissverständlich Stellung: Schiedsrichter Wolfgang Stark ließ kein gutes Haar an einigen Profis der Hertha.

Stark kann "Todesängste" der Berliner Spieler nicht nachvollziehen

Es müssen beklemmende Augenblicke gewesen sein, am Dienstagabend in den Katakomben des Düsseldorfer Stadions. Berliner Spieler hätten versucht, die Schiedsrichter-Kabine zu stürmen, „wir mussten die Türen immer wieder zudrücken“. So schilderte Stark das, was sich nach dem Relegationsspiel zugetragen habe – das, was keine Kamera eingefangen hatte. Stark sagte, er könne es nicht nachvollziehen, dass die Berliner Spieler „Todesängste“ gehabt hätten, so wie es Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt ausgedrückt hatte. Dieses Gefühl habe er hingegen verspürt: „Ich hatte Angst und war den Tränen nahe.“

Wohl noch nie zuvor im deutschen Profifußball hat ein Schiedsrichter öffentlich so schwere Vorwürfe gegen Spieler erhoben wie Wolfgang Stark gegen die Profis von Hertha BSC Berlin. Nicht nur gegen einen, der sogar zugeschlagen haben soll, sondern fast gegen eine halbe Mannschaft: Namentlich nannte er Christian Lell, Andre Mijatovic und Thomas Kraft, von denen er sich bedrängt gefühlt habe, die Beleidigungen wie „Arschloch“, „Wichser“ oder „feiges Schwein“ in seine Richtung gerufen hätten. Einen nannte Stark aber noch besonders: Levan Kobiaschwili, den georgischen Mittelfeldspieler der Berliner.

Chaos im Spiel der Fortuna

Die Berliner fordern eine Neuansetzung der Partie

Polizei bestätigt Anzeige von Schiedsrichter Stark

Nach Starks Schilderung habe sich Folgendes zugetragen: „Der Spieler Levan Kobiaschwili hat mit ausgestreckter Faust in meine Richtung geschlagen. Ich habe mich weggeduckt, bin dann am Hinterkopf getroffen worden. Einzig das Treppengeländer verhinderte einen Sturz, und das wären fünf bis sechs Meter gewesen.“ Laut Medienberichten habe Stark Kobiaschwili noch in der Kabine wegen Körperverletzung angezeigt. Stark äußerte sich dazu nicht, die Düsseldorfer Polizei bestätigte, dass eine Anzeige wegen Körperverletzung vorliegt – Namen und Details wurden nicht genannt. Zudem soll Stark vom Düsseldorfer Mannschaftsarzt wegen eines Hämatoms am Kopf behandelt worden sein.

Der Fifa-Schiedsrichter, der auch bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine pfeifen soll, hatte das Spiel nach einer gut 20-minütigen Unterbrechung fortgesetzt, nachdem voreilig feiernde Düsseldorfer Zuschauer den Rasen wieder verlassen hatten. Laut Stark habe die Polizei dabei „keinen Druck“ auf ihn ausgeübt, das Spiel fortzusetzen, um eine Eskalation zu verhindern – mit dieser Aussage trat er der Darstellung von Hertha-Manager Michael Preetz entgegen. Skandalspiel , da ihre Spieler „Todesängste“ gehabt hätten, als sie nach der Unterbrechung wieder auf den Platz kamen.

Wie auch immer die Sportrichter am Montag entscheiden werden: Selten war der Begriff so gerechtfertigt wie diesmal.

Manfred Hendriock

Kommentare
19.05.2012
12:59
Schiedsrichter Stark belastet Hertha-Profi Kobiaschwili schwer
von wimmel | #10

Der Schiedsrichter gehört angezeigt, wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht.
Dieses Spiel hätte niemals wieder angepfiffen werden dürfen.
Man...
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2012-05-18 21:13
Relegation, Wolfgang Stark, Hertha BSC Berlin, Fortuna Düsseldorf, Levan Kobiaschwili, Skandalspiel
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