Schempp schießt in Oberhofs Regen daneben

Oberhof..  Am Ausgang aus der gut bestückten Oberhofer Wetterküche gab es einen klaren Sieger: den Regen. Der wattedichte Nebel, der gleich zwei Verschiebungen der Männerstaffel erzwang, und die während des Rennens heimtückisch auftretenden Windböen hatten das Nachsehen gegen die Feuchtigkeit. Das bekam neben 96 Biathleten und 10 500 Zuschauern auch Mark Kirchner zu spüren. Tropfnass stand der Cheftrainer der deutschen Skijäger in der letzten Staffelrunde am Schießstand, schaute auf sein Fernrohr und meinte auf die Frage, ob er dadurch bei all dem Wasser und Nebel etwas erkennen könne, lakonisch: „Eher wenig.“

Allein der triefende Kollege aus der Schweiz stand da in der Nähe von Kirchner, der mit ansehen musste, wie Simon Schempp bei der letzten Schießeinlage den möglichen Podestplatz vergab. Zwar fuhr der Schlussläufer des DSV-Quartetts mit einigen Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Quentin Fillon Maillet zur finalen Stehendübung vor. Doch schon vor dem ersten Schuss blickte Schempp immer wieder unsicher über den Diopter auf seinem Gewehr – als müsse er prüfen, ob er überhaupt die richtige Zielscheibe anvisiert. Am Ende handelte sich der bislang beste deutsche Biathlet in dieser Saison eine Strafrunde ein, und so traten die Olympia-Zweiten von Sotschi nach Rang fünf in Hochfilzen auch im zweiten Staffelrennen des Winters als Vierte neben das Siegertreppchen. Auf der höchsten Stufe stand dagegen, wie bereits in Sotschi und Hochfilzen – und diesmal vor Norwegen und Frankreich –, die Vierer-Bande aus Russland.

Seltener Hattrick bei den Männern

Ein seltener Hattrick im leistungsstarken Männerbiathlon, der erste seit der Erfolgsserie schwarz-rot-goldenen Staffeln vor acht Jahren. Die Deutschen kamen 2:43,7 Minuten nach den Siegern ins Ziel.