Schalke und der Wahlausschuss

Clemens Tönnies bei der Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04.
Clemens Tönnies bei der Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04.
Foto: Joachim Kleine-Büning/Funke Foto Service
Was wir bereits wissen
Die Wahl zum Aufsichtsrat bei der Schalker Jahreshauptversammlung verdeutlicht, welche Macht der Wahlausschuss hat. Ein Kommentar

Als sich die vier zur Wahl stehenden Kandidaten für den Aufsichtsrat am Sonntag vorstellten, drängte sich geradezu die Frage auf: Was haben diese vier Kandidaten, was die vom Wahlausschuss nicht mehr nominierten Uwe Kemmer und Ingolf Müller nicht haben?


Die Antwort: Sie gaben sich kritisch gegenüber der Vereinsführung und sie sprachen sich allesamt klar gegen eine Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft aus. Das reichte offenbar, um bei der Prüfung durch den Wahlausschuss für gut befunden zu werden. Der Wahlausschuss muss seine Entscheidung, die im Vorfeld der Jahreshauptversammlung getroffen wird, nicht begründen.

Der Wahlausschuss ist ein Gremium, in dem viele Schalker sitzen, denen man eine Nähe zur organisierten Fan-Szene nachsagt. Hier ist die Angst am größten, dass Schalke eines Tages doch den Weg zu einer Kapitalgesellschaft finden könnte und damit die Rechte der Mitglieder beschnitten werden. Doch dass der Wahlausschuss seine Kandidaten offenbar vor allem nach diesem Kriterium auswählt, kann man durchaus bedenklich nennen.


Denn wer Uwe Kemmer bei seiner Abschiedsrede zuhörte, kann sein Ausscheiden durchaus als Verlust empfinden. Im nächsten Jahr entscheidet der Wahlausschuss übrigens darüber, ob Clemens Tönnies erneut kandidieren darf.