Schalke startet die nächste Charme-Offensive
13.02.2011 | 20:27 Uhr 2011-02-13T20:27:00+0100
Gelsenkirchen.Die neue Nähe zu den Fans via Facebook, spontane Besuche bei Klubtreffen der Anhänger - Felix Magath bläst verschärft zur Charme-Offensive in eigener Person. Dass aber ausgerechnet Jefferson Farfan für das vorläufige i-Tüpfelchen auf der Kampagne seines Trainers sorgt, hätten vor kurzem wohl niemand gedacht.
„Es war ein besonderes Tor“, sagte der Peruaner grinsend, aber ratlose Gesichter zurücklassend, warum ihn sein Siegtreffer zum 1:0 des FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga gegen den SC Freiburg so freute. Schließlich passte der erste Heimerfolg der Königsblauen in der Rückrunde so brillant in das ausgetüftelte PR-Konzept seines bislang so unnahbar scheinenden Trainers.
Des Mannes also, der Farfan, diese südamerikanische Skandal-Nudel , gleichwohl neben Manuel Neuer der beste Schalker der bisherigen Saison, vor wenigen Wochen noch ob seiner akuten Wechselabsichten in aller Öffentlichkeit maßregelte. „Ich arbeite weiter, um hier Erfolg zu haben“, sagte Farfan nur, zog die Schirmmütze tiefer ins Gesicht - und ging.
Huntelaar spielte nur 45 Minuten
Den Weg, auf dem zuvor auch Klaas-Jan Huntelaar von dannen gezogen war. Viel früher als seine restlichen Mannschaftskameraden. Denn von den 90 Minuten, die Schalke die erschreckend schwachen Gäste aus dem Breisgau dominiert hatte, durfte der Holländer nur die Hälfte aktiv auf dem Platz erleben.
„Ich bin nicht frustriert“, erklärte er standhaft und mit seinem typischen, lausbubenhaften Gesichtsausdruck. „Natürlich wollte ich durchspielen“, sagte der 27-Jährige, „aber der Trainer wollte mich schonen, weil ich bereits am Mittwoch ein Spiel absolviert habe und am Dienstag wieder spielen muss.“ Im ersten Achtelfinal-Duell der Champions League beim FC Valencia (20.45 Uhr).
Hält die Torflaute des 14 Millionen Euro teuren Stürmers an, könnten seine Tage in der Anfangself aber gezählt sein. „Ich mache meine Arbeit, den Rest habe ich nicht in der Hand“, sagte er. Der Rest - obliegt Felix Magath. Und dem drängt sich mit dem 21-jährigen Mario Gavranovic immer mehr eine Alternative auf. Gegen Freiburg traf dieser den Pfosten, gewann etliche Zweikämpfe und erhielt verdienten Szenenapplaus.
Königsblau Zuversicht vor den Wochen der Wahrheit
Gavranovic, Farfan oder Benedikt Höwedes und Manuel Neuer als Retter in der Not bei den seltenen Freiburger Offensivaktionen - das sind die Protagonisten, die neben dem spanischen Stürmerstar Raul oder dem immer fleißigen Peer Kluge für königsblaue Zuversicht vor den Wochen der Wahrheit mit Champions League (Dienstag sowie 9. März) und DFB-Pokal-Halbfinale (2. März) sorgen.
Selbst die internationalen Plätze in der Bundesliga spuken wieder in den Köpfen herum. „Das war ein Sechs-Punkte-Spiel um die Qualifikation für den Europapokal“, erklärte Lukas Schmitz. Magath sagte: „In der Bundesliga geht’s jetzt nach oben.“
Farfan sei dank. Denn ohne seinen Treffer hätte Schalke ein Remis gedroht wie man es sich selbst gegen Dortmund erduselt hatte. Die persönliche Tormotivation des Peruaners war aber eine andere. Sie stand auf einem T-Shirt unter dem Trikot. Nein, Farfan outete sich nicht als einer von mittlerweile fast 90 000 Facebook-Freunden Magaths im Internet, er gratulierte vielmehr seinem Sohn Adriano zum dritten Geburtstag. Noch so eine Charme-Offensive.

12:00
#1 Jetzt rate mal, wem wir diese Regel zu verdanken haben .. denn früher gab es dafür nicht gelb.
Nein, es war keine Zecke ..
11:41
Jetzt haben sich alle wieder Lieb.
09:28
Ja, und für das Hochziehen seines vorderen Trikot-Teils hat Jeff die gelbe Karte bekommen. Wäre er noch jubelnd auf die Fankurve losgelaufen, hätte es sicher die rote hinterher gegeben. Klasse Regeln, dass die Fußballer sich nicht mal freuen dürfen...