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Eiskunstlauf

Savchenko/Szolkowy Paarlauf-Weltmeister

28.04.2011 | 20:02 Uhr

Moskau.   Zum dritten Mal nach 2008 und 2009 sind Aljona Savchenko und Robin Szolkowy Paarlauf-Weltmeister geworden. „Ein unglaubliches Gefühl“, sagte Szolkowy nach dem großen Erfolg.

Sie weinten vor Freude, strahlten vor Glück und lagen sich in den Armen: Mit der Kür ihres Lebens sind Aljona Savchenko und Robin Szolkowy in der „Höhle des russischen Bären“ zum dritten Mal Paarlauf-Weltmeister geworden. Die Chemnitzer kamen bei den Weltmeisterschaften in Moskau mit ihrer „Pink-Panther-Kür“ auf die inoffizielle Weltrekordzahl von 217,85 Punkten, es war der dritte WM-Titel nach 2008 und 2009 für die siebenmaligen deutschen Meister.

Kein Wackler, keine Unsicherheit störte ihren Vortrag, sogar die russischen Eiskunstlauf-Fans spendeten mehrfach Szenenapplaus. Hinter den Schützlingen von Trainer Ingo Steuer kamen die russischen Meister Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow bei ihrem gemeinsamen WM-Debüt auf den zweiten Platz (210,73), Bronze ging mit 204,12 Zählern an die chinesischen Titelverteidiger und Olympiazweiten Pang Qing und Tong Jian.

Die Olympiadritten Savchenko/Szolkowy überstanden dank dieses Triumphes die gesamte nach-olympische Saison ungeschlagen und übertrumpften sogar Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler, die in den sechziger Jahren „nur“ zwei WM-Titel geholt hatten. „Ein unglaubliches Gefühl“, mehr konnte Szolkowy zunächst nicht zum großen Erfolg vor 12.000 Zuschauern im Megasport-Palast sagen.

Mit einer mittelmäßigen Kür ging der nach-olympische Winter für Maylin Hausch und Daniel Wende zu Ende. Mehrere Patzer trübten den Gesamteindruck, aus der erhofften Top-10-Platzierung wurde nichts. Statt dessen reichte es mit 149,65 Punkten nur zu Rang zwölf für die Oberstdorfer. „Dennoch hat uns diese Saison weitergebracht, wenn man mal die WM ausklammert“, sagte Hausch, die beim dreifachen Wurf-Flip recht unsanft zu Fall kam.

Ovationen für den „Weltrekord“ des neuen Champions Patrick Chan, aber auch viel Beifall für Peter Liebers hatten am Nachmittag die Entscheidung bei den Herren geprägt: Im Schatten des siegreichen Kanadiers legte der Berliner die bislang beste Kür seiner Laufbahn aufs Eis und verbesserte sich mit einem nahezu fehlerfreien Vortrag noch auf den 15. Platz. Mehr als ein Dutzend schwarz-rot-goldener Fahnen wurden geschwenkt, als der 23-Jährige winkend das Eis verließ und seiner Trainerin Viola Striegler in die Arme fiel.

Der neue Weltmeister, in den vergangenen beiden Jahren jeweils mit WM-Silber dekoriert, riss die Zuschauer mit einer phänomenalen Kür von den Sitzen. Von einer kleinen Unsicherheit beim dreifachen Axel abgesehen war das Programm zum „Phantom der Oper“ makellos und schrieb Eiskunstlauf-Geschichte. Der Sohn chinesischer Einwanderer erhielt 280,98 Punkte, damit wurde die alte Welt-Bestmarke des von ihm entthronten Vorjahressiegers Daisuke Takahashi (Japan/264,41) förmlich pulverisiert.

Geradezu deklassiert wurden auch die übrigen Medaillengewinner. Zweiter wurde mit 258,41 Punkten der Japaner Takahiko Kozuka, Bronze holte sich vor den Augen seines Idols Jewgeni Pluschenko WM-Debütant Artur Gaschinski aus Russland (241,86). Titelverteidiger Takahashi hatte großes Pech, er musste wegen eines Kufenproblems seine Kür unterbrechen und blieb als Fünfter ohne Medaille.

Die Welttitelkämpfe werden am Freitag mit dem Kurzprogramm der Damen (11.30 Uhr/MESZ) sowie dem Kurztanz der Eistänzer (16.30 Uhr/MESZ) fortgesetzt. (sid)

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