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Sammer im U21-Zwist jetzt sauer auf Löw

17.08.2010 | 12:50 Uhr
Sammer im U21-Zwist jetzt sauer auf Löw
Matthias Sammer will in der U21-Trainerfrage die Entscheidung selbst treffen.

München.Der Streit um die Zuständigkeiten bei der U21-Nationalmannschaft geht weiter. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer ist nun verärgert, weil Bundestrainer Jogi Löw Coach Rainer Adrion Rückendeckung gab.

Der Dauerzwist zwischen Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, wer bei der U21-Nationalmannschaft das Sagen hat, ist noch lange nicht beendet. Sammer ist sauer auf Löw, weil sich dieser in einem Interview trotz der verpassten EM-Qualifikation schon jetzt für U21-Trainer Rainer Adrion ausgesprochen hatte. Sammer sagte bei einer Sky-Veranstaltung in München: „Das hat mir überhaupt nicht gefallen. Sammers Anspruch: „Wir können uns über den Trainer austauschen - alles andere entscheide ich.“

Unterstützung bekam Sammer von Franz Beckenbauer. „Man sollte Matthias die U21 komplett übergeben. Joachim Löw und Oliver Bierhoff haben doch gar keine Zeit dafür“, sagte der „Kaiser“. Beckenbauer ließ kein gutes Haar an der jetzigen Arbeit in der U21: „Es war ein Kunststück, sich in dieser Gruppe nicht zu qualifizieren. Man kann gegen Italien 1:4 verlieren - aber nicht gegen Island.“

Löw: „Adrion ist der richtige Mann“

Rückendeckung von Löw hatte indes Adrion erhalten. „Natürlich sind Erfolge in der U21 schön, aber im Fokus steht die Förderung der A-Mannschaft. Und da glaube ich schon, dass Rainer Adrion der richtige Mann ist. Er hat über viele Jahre beim VfB in der Nachwuchs-Ausbildung sehr gute Arbeit geleistet“, sagte Löw dem kicker.

Sammer will zunächst das „klägliche Scheitern“ der U21-Auswahl, die mit einer 1:4-Pleite in Island die letzte Chance auf die EM 2011 und Olympia 2012 verspielt hat, analysieren. „Es ist jetzt wichtig Ruhe zu bewahren, denn es sind eine ganze Menge Dinge aufzuarbeiten und dabei müssen wir deutliche Worte finden“, so Sammer.

Vierer-Gremium analysiert

In der vergangenen Woche war beim DFB vereinbart worden, dass ein Vierer-Gremium, bestehend aus Präsident Theo Zwanziger, Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Bundestrainer Löw und Sportdirektor Sammer, diese Analyse durchführen soll.

Vor der Blamage in der Qualifikation war die Lage im deutschen Nachwuchs glänzend: U17, U19 und U21 waren gleichzeitig Europameister. „Das wird es in Europa nie wieder geben, da bin ich mir sicher“, so Sammer: „Aber wir haben in diesem Erfolg Fehler gemacht. Wir müssen uns fragen, ob wir danach mit dem nötigen Ernst und dem nötigen Ehrgeiz weitergemacht haben.“ (sid)

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