Rostock, Kasan, Rio: Wasserspringer im Wettkampfstress

Deutschland richtet zum dritten Mal in Serie Wassersprung-Europameisterschaften aus. Nach Rostock 2013 und Berlin im Vorjahr ist nun wieder die Hansestadt an der Warnow EM-Schauplatz.

Rostock.. Zum EM-Auftakt am Dienstag bestreiten für das 13-köpfige deutsche Team Patrick Hausding und Maria Kurjo den Mannschafts-Wettbewerb.

Wie funktioniert der Team-Wettbewerb im Wasserspringen?

Pro Nation treten je eine Frau und ein Mann an. Sie müssen jede der sechs Sprung-Gruppen wie beispielsweise Auerbach oder Delfin zeigen. Jede(r) muss dabei mindestens einmal vom Drei-Meter-Brett und vom Turm antreten. Die Taktik spielt dabei eine Rolle: Wer springt wo zweimal, wird die Risikovariante mit hohem Schwierigkeitsgrad gewählt oder geht die Sicherheit vor? Die erreichten Punkte werden addiert, es gibt kein Streichresultat. Die Disziplin ist nicht olympisch.

Wer hat aus deutscher Sicht die besten EM-Chancen?

Die Männer. Patrick Hausding gewann im Vorjahr 3 x EM-Gold und ist mit Sascha Klein aktueller Weltmeister im Synchronspringen vom Turm. Trotz langwieriger Blessuren sind beide erste Anwärter auf Gold. Die Frauen um Tina Punzel, Maria Kurjo und Nora Subschinski sind eher gut für Medaillen, Titel wären eine Überraschung.

Hausding holte 2010 als erster Springer EM-Medaillen in 5 Disziplinen. Ist das wiederholbar?

Nicht in Rostock. Der Berliner verzichtet nach jetzigem Stand auf die Wettbewerbe vom Turm und vom Ein-Meter-Brett. Angesichts diverser Blessuren springt er wie Klein nicht alle möglichen Wettbewerbe. Immerhin soll mit Blick auf die WM in Kasan (ab dem 24. Juli) nichts riskiert werden.

Wieso ist die EM ein echtes Heimspiel?

In der Rostocker Neptunschwimmhalle kennen sich die deutschen Springer besonders gut aus. Jeden Februar ist der Internationale Springertag ein Höhepunkt im Wettkampfkalender. Zudem fand in Mai die deutsche Meisterschaft statt, gefolgt von mehreren Lehrgängen.

Wie viel sagen EM-Erfolge für WM oder Olympia aus?

Selbst eine EM-Medaillenflut relativiert sich bei Weltmeisterschaften. Gegen die Konkurrenz der immer noch übermächtigen Chinesen, aus Mexiko oder den USA haben es die besten Europäer schwer. Ausnahmen gibt es aber: 2013 wurden Hausding/Klein Weltmeister im Synchronspringen vom Turm.

Was haben Rostock oder Kasan mit Olympia 2016 in Rio zu tun?

Dort werden in den olympischen Disziplinen vom Drei-Meter-Brett und vom Turm erste olympische Quotenplätze vergeben. In Rostock sichern die Sieger im Einzel und Synchron ihren Nationen fixe Rio-Plätze. Letzte Chance ist ein Weltcup im Februar 2016 als Olympia-Generalprobe in Rio.