Respekt!

Es sah böse aus, als plötzlich ein Radprofi nach dem anderen stürzte und diese Laterne am Straßenrand immer näher kam. Einige Sportler prallten gegen den Mast - wer bei der dritten Etappe der Tour de France zuschaute, hielt den Atem an (Bericht Seite 2).

Während die Organisatoren der Frankreich-Rundfahrt beim Thema Doping selbst in der jüngeren Vergangenheit einige Fehler begangen, handelten sie am Montagnachmittag absolut korrekt. Sie stoppten das Peloton, weil dessen Sicherheit bei einer Weiterfahrt aufgrund fehlender Ärzteteams an der Spitze nicht mehr gewährleistet gewesen wäre. Respekt!

Umso unverständlicher war die Reaktion einiger Radprofis, die bis zum Massensturz an der Spitze fuhren. Sie haderten, sie zauderten und schimpften auf die Rennleitung ein. Sie wären lieber weitergebraust, um im Kampf um den Etappensieg oder das Gelbe Trikot einen Vorsprung zu erhaschen.

Den Fairplay-Gedanken treten diese Pedaleure mit jedem Tritt in die Pedale. Das ist das eine. Das andere: Wären sie in einen weiteren Sturz verwickelt worden, wäre kein einziges Ärzteteam schnell zur Stelle gewesen. Ihre eigene Gesundheit scheint ihnen also nicht so wichtig zu sein.

Daraus weitere Rückschlüsse zu ziehen, wäre an dieser Stelle allerdings unseriös.