Red Bull rollt nur noch hinterher

Spielberg..  Kein Sieg, keine Pole-Position - nicht einmal ein Podestplatz: Die Bilanz des Red-Bull-Teams nach sieben Saisonrennen ist niederschmetternd. Und beim Heim-Grand-Prix an diesem Wochenende auf dem konzerneigenen Red Bull Ring bei Spielberg droht dem einstigen Formel-1-Serienweltmeister sogar ein Fiasko. „Wir müssen damit rechnen, dass wir in der letzten Reihe stehen und dann auch noch Zeitstrafen kassieren, wenn es die Fahrer von der Rundenzeit her nicht in die Top Ten schaffen“, wies Teamchef Christian Horner vorsorglich auf ein drohendes schmachvolles Abschneiden hin.

Voraussichtlich setzt der Rennstall beim Großen Preis von Österreich in beiden, zumindest aber in einem Boliden bereits den fünften Motor ein. Dies hätte in der Startaufstellung am Sonntag (Start: 14 Uhr/RTL und Sky) eine Strafversetzung um zehn Plätze nach hinten zur Folge, weil für die gesamte Saison nur vier Triebwerke erlaubt sind. Die Simulation habe ergeben, dass Red Bull beim WM-Lauf auf der Berg-und-Tal-Strecke in der Steiermark wegen des Renault-Antriebs noch mehr Zeit verliere als zuletzt in Kanada, sagte Horner: „Deshalb ergibt ein taktischer Motorenwechsel dort am meisten Sinn.“

Der leistungsschwache Renault-Turbo sorgt in dieser Saison für Dauerquerelen zwischen den einstigen Traumpartnern. Als Sebastian Vettel zwischen 2010 und 2013 viermal Weltmeister wurde, war die österreichisch-französische Kombination das Nonplusultra.

Davon kann keine Rede mehr sein. Der rasante Abstieg deutete sich schon 2014 an: Während Vettel sieglos blieb, glückten Ricciardo immerhin drei Erfolge gegen das dominierende Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Dieses Jahr kommt es noch dicker: Ricciardo und Kwjat fahren hinterher, das Team ist ins Mittelfeld abgerutscht. Angeblich weist der Renault-Sechszylinder 70 PS weniger als der Mercedes-Motor auf.

Aber auch das Chassis ist keineswegs WM-würdig. „Die meisten anderen Teams (...) haben einen Schritt nach vorn gemacht - sowohl beim Chassis, als auch bei den Antriebseinheiten“, so Ricciardo. „Wir haben auf beiden Seiten nicht viel gefunden. Es ist eine Art Stillstand.“