„Real hat nicht nur Ronaldo“

Gelsenkirchen..  Eric Maxim Choupo-Moting ist ein höflicher junger Mann. Es sind auch ausländische Journalisten zu Gast in Gelsenkirchen, sie sind aus Spanien, England und Frankreich angereist, um sich ein Bild zu machen vom FC Schalke 04, dem Gastgeber eines europaweit beachteten Fußballspiels. Schalkes in Hamburg geborener kamerunischer Nationalstürmer begrüßt jeden einzelnen freundlich mit Handschlag. Wer mit dem 25-Jährigen vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) spricht, dem wird versichert, dass sich der Außenseiter vor dem Titelverteidiger nicht verkriechen will.

Frage: Wenn man schon auf Real Madrid trifft – ist dies ein günstiger Zeitpunkt? Real hat erst vor eineinhalb Wochen 0:4 im Stadtderby gegen Atlético verloren.

Eric Maxim Choupo-Moting: Ich glaube schon, dass es ein guter Moment ist. Wir haben gesehen, dass auch Real straucheln kann. Wir wissen, dass alles möglich ist. Schalke ist nicht Atlético, aber Atlético hat zumindest schon mal gezeigt, wie es gehen kann: Jeder hat für den anderen gekämpft – das ist die Haltung, mit der man gegen Real auftreten muss.

Sie waren zwar vor einem Jahr noch nicht dabei, aber damals gab es für Schalke gegen Real ebenfalls im Achtelfinale eine 1:6-Heimpleite.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir noch einmal so hoch verlieren. Wir stehen kompakt und haben durchaus die Möglichkeit, zu Hause zu gewinnen und auch in Madrid ein gutes Resultat zu erzielen.

Ist eine solche Partie wie gegen Real einer der Gründe, weshalb Sie vor dieser Saison von Mainz 05 zu Schalke 04 gewechselt sind?

Ja, ich wollte unbedingt in der Champions League spielen. Das ist ein Traum. Ich bin wirklich glücklich darüber, mal gegen ein Team wie gegen Real spielen zu können.

Hatten Sie früher Idole?

In meinem Jugendzimmer hingen drei Poster: von Ronaldinho, von Thierry Henry, von Samuel Eto’o.

Lauter Spieler vom FC Barcelona...

(lacht) Ja, aber ich muss zugeben, dass ich auch Real klasse fand – mit Zinedine Zidane, mit Luis Figo.

Real kommt mit Cristiano Ronaldo, dem aktuellen Weltfußballer.

Das Problem ist: Real hat nicht nur Ronaldo, sondern auch noch zehn andere Top-Fußballer. Es reicht nicht, ihn auszuschalten, jeder von denen kann das Spiel entscheiden. Bei deren Angriff können wir uns keinen einzigen Fehler erlauben.

Ist Real Madrid momentan die beste Mannschaft der Welt?

Nein, das ist für mich der FC Bayern München.

Auch gegen Real wird wieder konzentrierte Abwehrarbeit nötig sein. Schalke ist aber in diesem Jahr auch schon wegen unattraktiver Spielweise kritisiert worden.

Roberto Di Matteo weiß, was er tut. Es ist bei unserer derzeitigen Personallage nicht leicht, attraktiv zu spielen.

Wie sehen Sie den Trainer?

Er ist ruhig, aber er weiß auch, wann er direkter und lauter werden muss. Und er hält Kontakt zu jedem einzelnen Spieler.

Gegen Real kehrt Ihr in der Bundesliga gesperrter Sturmpartner Klaas-Jan Huntelaar zurück. Wie spielt es sich an seiner Seite?

Wir sind unterschiedliche Stürmer. Er ist ein hundertprozentiger Torjäger, ich kann auch um ihn herum spielen. Früher habe ich mehr im Mittelfeld gespielt, ich bin keine typische Nummer neun. Zusammen machen wir einen guten Job. Und wir mögen uns, ich spiele wirklich gern mit ihm.