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Rafael Nadal lässt Roger Federer in Indian Wells keine Chance

15.03.2013 | 18:42 Uhr
Rafael Nadal lässt Roger Federer in Indian Wells keine Chance
Er ist wieder zurück und voll im Geschäft: Rafael Nadal beim Sieg in Indian Wells gegen Roger Federer.

Indian Wells.   Rafael Nadal fertigt nach ewig langer Verletzungspause seinen großen Rivalen Roger Federer ab - 6:4, 6:2 endet der Vergleich der beiden Spitzen-Tennisspieler. Dabei zeigte sich der Spanier schon wieder so stark wie vor seiner Zwangspause.

Mit großen Erwartungen und einer Menge Gefühl begann die 29. Auflage des Klassikers Roger Federer gegen Rafael Nadal am Abend eines heißen Tages in Indian Wells. Knapp anderthalb Stunden später endete sie mit Nadals klarem Sieg (6:4, 6:2). Und mit der ernüchternden Frage: Wie viel echter Federer war in diesem Spiel zu sehen gewesen?

Was den Part von Nadal betrifft, so wird die Sache immer klarer. Nach etwas mehr als einer Woche auf jenem harten Boden, der seinem strapazierten Knie am meisten zusetzt, bewegt er sich mit zunehmender Sicherheit – und mit dieser Sicherheit gewinnt sein Spiel an gewohnter Durchschlagskraft. Wie immer sprang er mit großen Schritten in die Partie, kaum zu bändigen und zu allem entschlossen. Und danach gab es nur wenige Szenen, in denen man den Eindruck haben konnte, er habe ein Jahr nicht auf diesem Boden gespielt.

Roger Federer zeigte sich hinterher von der Qualität im Spiel des Gegners wenig überrascht: „Er kommt doch nicht zurück, wenn er nicht in Ordnung ist. Ich habe erwartet, dass er seine Spur im Sand hinterlassen wird, und ich habe auch erwartet, dass er hier stark sein wird – und genau das zeigt er jetzt. Die ganze Diskussion verstehe ich nicht.“

Bei Nadal stimmte das ganze Paket

Beim Sieg in drei Sätzen am Tag zuvor gegen den stark spielenden Letten Ernests Gulbis hatte Nadal vor allem kämpferisch überzeugt, gegen Federer stimmte das ganze Paket, und irgendwie käme es jetzt fast schon einer Überraschung gleich, wenn es diesen Samstag gegen Tomas Berdych nicht so weiterginge. „Was soll ich sagen?“, meinte Nadal. „Vor zwei Wochen hatte ich noch keine Ahnung, ob ich hier sein würde, und jetzt stehe ich im Halbfinale. Da ist eine Menge positiver Energie , ich bin einfach glücklich.“

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Federer dagegen litt von Anfang an unter jenen Rückenschmerzen, die ihn schon beim Sieg gegen Landsmann Stanislas Wawrinka behindert hatten. Im starken ersten Satz hatte er das Problem noch leidlich unter Kontrolle, aber nachdem er auch zu Beginn des zweiten gleich in Rückstand geraten war, entfernten sich die befreundeten Rivalen immer weiter voneinander. Federer versuchte, den Prozess mit riskanten Bällen abzukürzen, was ihm zunächst auch gelang. Nach seinem ersten Aufschlagverlust hatte er jedoch nicht mehr den Hauch einer Chance.

Kleinigkeiten entscheidend

Aus Respekt vor Nadals klarem Sieg beantwortete er dessen Frage beim Handschlag am Netz, ob alles in Ordnung sei, mit ja. Später gab er zu, die Schmerzen im Rücken hätte ihm stärker zu schaffen gemacht als im Spiel gegen Wawrinka. „Und gegen einen wie Rafa macht es schon was aus, wenn Kleinigkeiten nicht funktionieren.“

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Nadal führt jetzt in der gemeinsamen Bilanz 19:10, hütet sich aber davor, daraus falsche Schlüsse zu ziehen: „Wenn ich deshalb denken würde, dass ich besser wäre als er, dann wäre ich sehr dumm und sehr arrogant.“

Federers Pläne sind noch unklar

Welche Konsequenzen Federer aus der Niederlage zieht, ist schwer zu sagen. Ursprünglich hatte er vorgehabt, erst bei den Madrid Open Mitte Mai wieder zu spielen, bis dahin wollte er sich zwei Wochen Urlaub gönnen und sich danach intensivem Training widmen. Die Zeit dafür hatte ihm im vergangenen Jahr gefehlt.

Schon vor ein paar Tagen hatte er allerdings zur allgemeinen Überraschung angedeutet, der Plan für die kommenden Wochen sei doch noch nicht in Stein gemeißelt. Was nichts anderes heißt, als dass er unter Umständen vor dem Turnier in Madrid wieder auftauchen wird. Bereit zur 30. Auflage des Klassikers und zu jedem anderen Spiel.

Doris Henkel


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