Kommentar

Rad der Tour de France dreht sich ohne Rücksicht

Bei der dritten Etappe der Tour de France kam es zu einem Massensturz, nachdem vier Fahrer das Rennen aufgeben mussten.
Bei der dritten Etappe der Tour de France kam es zu einem Massensturz, nachdem vier Fahrer das Rennen aufgeben mussten.
Foto: Getty Images

Der Massensturz bei der dritten Etappe der Tour de France sollte demütig machen. Doch die Verantwortlichen ziehen das Risiko an. Ein Kommentar.

Essen.. Wer den Massensturz auf der dritten Etappe der Tour de France gesehen hat, dem ist eine Sekunde lang das Herz stehen geblieben. Fast unbegreiflich, dass alle Fahrer wieder ohne Hilfe aufstehen konnten und nur vier von ihnen das Rennen aufgeben mussten.

Profi-Radrennen sind ein Hochgeschwindigkeits-Sport auf dünnen Reifen und oft mit Körperkontakt im Hauptfeld oder im Sprint. Das Risiko fährt also immer mit. Und manchmal schlägt das Schicksal einfach zu. Gestern an einer eigentlich ungefährlichen Stelle, mitten auf einer schnurgeraden, gut einsehbaren Landstraße.

Unfall sollte demütig machen

Gegen solche Unfälle kann niemand etwas machen. Doch auf der vierten Etappe haben die Veranstalter den Nervenkitzel bewusst erhöht. Auf die Fahrer warten in der berüchtigten „Hölle des Nordens“ 13 Kilometer über Kopfsteinpflaster. Tour de France

Natürlich sorgen solch’ brutalen Strecken für höhere Einschaltquoten und für noch mehr Zuschauer am Streckenrand. Dabei sollte ein relativ glimpflich ausgegangener Unfall wie der vom Montagnachmittag eigentlich demütig machen. Aber dafür ist bei der Tour keine Zeit. Alle Etappen sind natürlich längst geplant, das Rad dreht sich weiter und weiter. Ohne Rücksicht auf Verluste.

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