Phoenix nutzt die Chance in Bremerhaven nicht

Bremerhaven..  Die Chance, sich frühzeitig aus dem Abstiegskampf zu verabschieden, hat Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen nicht genutzt. Beim Tabellen-Vorletzten Eisbären Bremerhaven verloren die Hagener mit 85:92 (48:48).

Die Playoff-Zeiten sind eine Weile vorbei, aber an Abstiegskampf sind sie auch nicht gewöhnt an der Nordsee. Umso mehr Aktionismus entwickelten die Eisbären nun nach dem Sturz auf Platz 17. Zuerst der Trainerwechsel von Calvin Oldham zu Muli Katzurin, nun schon die dritte Nachverpflichtung: Sergio Kerusch, amerikanischer Guard mit deutschem Pass, wurde noch gestern mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattet und debütierte gegen Hagen. „Winterschlaf war gestern“, hieß das Motto, das die Gastgeber nach neun Niederlagen in Serie aufwecken sollte.

Es funktionierte, die Eisbären bissen und kratzten wie angekündigt. Worunter zunächst Hagens Niklas Geske litt, der die Hand von Devin Searcy ins Gesicht bekam und behandelt werden musste (9. Minute). Bis hier hatte Phoenix die frühen Bremerhavener Führungen (7:2, 16:12) immer wieder ausgeglichen. Nach dem 19:19 aber setzten sich die Gastgeber ab. Beim 32:22 sah sich Phoenix-Coach Ingo Freyer zur Auszeit genötigt, doch zunächst dominierten weiter die Hausherren. Zudem musste Phoenix in schneller Folge durch die nicht ganz ausgewogen urteilenden Referees die jeweils dritten Foulpfiffe gegen David Bell und Urule Igbavboa hinnehmen (14.).

Einzig Larry Gordon (24 Punkte/Bild) war es nun zu verdanken, dass die Hagener nicht ganz den Kontakt verloren, mit der Pausensirene glich Geske sogar aus. Von nun an war es lange ein Spiel auf Augenhöhe, beim 64:66 durch Todd Brown (29.) führte Phoenix letztmals. Zunehmend aber litten die Gäste unter der hohen Foulbelastung, nach dem 76:73 (33.) mussten der bis dahin überragende Gordon und Dino Gregory vom Feld. „Das Spiel war intensiv und aggressiv. Da ist es sehr unglücklich, wenn wir 35 Fouls haben und die nur 20“, meinte Freyer. Als nach dem 89:85 in der Schlussminute auch Bell sein fünftes Foul kassierte, war der erste Bremerhavener Sieg seit langem perfekt.