Phoenix erlebt Alptraum-Reise nach München

München/Hagen..  Um fünf Uhr in der Frühe war die Alptraum-Reise ­vorbei. Insgesamt 18 Stunden auf Deutschlands verschneiten Autobahnen hatten die Bundesliga-Basketballer von Phoenix Hagen zu ­diesem Zeitpunkt hinter sich. Und eine kräftige 79:124 (44:65)-Packung beim FC Bayern München, die deutlichste Saison-Niederlage der Liga überhaupt - und die dritthöchste Pleite der Klubhistorie. „Ein, zwei von diesen Klatschen haben wir leider in jeder Saison“, bedauerte Co-Trainer Steven Wriedt, „wenn wir mit unserem Spielstil gegen die Großen nicht mithalten können, passiert so etwas.“ Und Phoenix-Flügel Fabian Bleck bekannte nach der Reise zum deutschen Meister selbstkritisch: „Wir haben uns nicht gewehrt.“

Dabei war der Start für die Gäste vor 5512 Zuschauern auch ohne den verletzten Keith Ramsey gar nicht schlecht. Nach acht Minuten lag das Team von Trainer Ingo Freyer beim 24:21 sogar in Führung, weil Todd Brown und Urule Igbavboa Bayern-Fehler zu zwei Fastbreaks nutzten (8.). Bayern nahm eine Auszeit - und das Unheil seinen Lauf.

Eine schnelle 7:0-Serie brachte die Gastgeber wieder nach vorne. Vor allem unter dem Korb waren John Bryant, Vladimir Stimac und Co. den Gästen nun drückend überlegen, griffen sich Offensiv-Rebounds in Serie, erarbeiten zweite und dritte Wurfchancen für ihr Team.

Die Hagener, denen in Halbzeit zwei erst nach knapp vier Minuten durch Bell der erste Korb gelang, resignierten irgendwann sichtbar. Beim 118:68 drei Minuten vor der Schlussirene war sogar die höchste Phoenix-Schlappe überhaupt zu befürchten. Wenigstens das verhinderten die deutschen Nachwuchskräfte Fabian Bleck, Niklas Geske, Moritz Krume und Arber Tolaj gemeinsam mit Topwerfer Urule Igbavboa. So bleibt das 62:113 vom 24. November 2012 in Oldenburg weiter historischer Negativwert. Ein schwacher Trost nach freudlosem Hagener Wochenende in München.