Tennis
Petkovics Sechser im Lotto bei den US Open
05.09.2010 | 18:01 Uhr 2010-09-05T18:01:00+0200
New York.Tennisspielerin Andrea Petkovic greift bei den US Open nach den Sternen: Nach Siegen in den ersten beiden Runden hat sie kampflos das Achtelfinale erreicht und trifft dort auf Wimledon-Finalistin Wera Swonarewa.
Ob es weniger Spaß macht, im Lotto zu gewinnen, wenn man keinen Schein abgegeben hat? Vermutlich ist es egal, weil Fortuna ja ohnehin schielt. Eine andere Sache ist es, ein Tennisspiel zu gewinnen, ohne einen Ball geschlagen zu haben. Irgendwie freut man sich, aber es ist eine eher theoretische Freude. Die echte, nach den Mühen eines Spiels mit Herzblut getränkt, fühlt sich anders an. Aber wie auch immer, meinte Andrea Petkovic, nachdem sie erfahren hatte, dass sie ohne Spiel im Achtelfinale der US Open gelandet war, „ich bin definitiv glücklicher, als ich es gewesen wäre, wenn ich verloren hätte.“
Während der Aufwärmphase für die Partie der dritten Runde gegen Peng Shuai war der Supervisor des Turniers bei ihr erschienen und hatte mitgeteilt, dass die Chinesin wegen einer Ellbogenverletzung nicht antreten könne. Die Sache traf sich insofern nicht schlecht, als es ihr selbst nach den Belastungen in den Tagen zuvor im linken Oberschenkel zwickte und es darüber hinaus eine knifflige Aufgabe gewesen wäre, an diesem stürmischen Tag Tennis zu spielen.
Obwohl ihr Peng Shuai leid tat, fand Andrea Petkovic, es gebe keinen Grund, das Geschenk nicht guten Gewissens anzunehmen. „Ich glaub, ich hab das echt verdient“, meinte sie, „da wird jetzt keiner sagen, die hatte nur Glück.“ Den Lottoschein hatte sie quasi in den ersten beiden Runden mit den hart erkämpfen Siegen gegen Nadja Petrowa und gegen Bethanie Mattek-Sands ausgefüllt.
Taten, die sich offensichtlich herumgesprochen haben. Neulich richtete sogar Venus Williams in der Kabine das Wort an sie – gewöhnlich pflegen die Schwestern Williams nicht allzu viel Kontakt zur Konkurrenz –, erkundigte sich nach dem Ausgang des letzten Spiels und meinte dann generös: „Gut gemacht.“
Mit einem Sieg am Montag im Achtelfinale könnte sich Deutschlands Beste ein noch größeres Lob verdienen, denn ihre Gegnerin wird die Nummer acht der Welt, Wimbledonfinalistin Wera Swonarewa aus Russland sein.
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