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Petkovic zieht erstmals in Runde drei ein

03.09.2010 | 16:50 Uhr
Petkovic zieht erstmals in Runde drei ein
Kampfstark und nervenstark: Andrea Petkovic in New York. Foto: afp

New York.Andrea Petkovic beweist bei den US Open Standfestigkeit. Wenn es darauf ankommt, zeigt sie keine Nerven. Erstmals zog Petkovic in die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers ein.

Die Beine? Müde. Der Rest des Körpers? Strapaziert. Stimmung? 1a. Natürlich war Andrea Petkovic glücklich über jenen Sieg, mit dem sie zum ersten Mal in ihrer Karriere in der dritten Runde eines Grand-Slam-Turniers gelandet war, aber vor allem war sie stolz auf sich und ihre Standfestigkeit. Nicht nur wegen der drei Matchbälle, die sie abgewehrt hatte beim Sieg gegen Bethanie Mattek-Sands (3:6, 6:3, 7:5) aus den USA. Fast wichtiger war, dass sie überhaupt so weit gekommen war in einem US-Open-Spiel, das ihr mehr als eine Stunde Rätsel aufgegeben hatte.

An einem guten Tag zu gewinnen ist eine Sache; das fühlt sich an wie Radfahren mit Rückenwind. In diesem Spiel kam der Wind aber in Böen von vorn. Die Amerikanerin spielte anders, als Petkovic es erwartet hatte, ungeheuer kompakt, mit Risiko. Sie selbst fühlte sich am Anfang kraftlos und leer, und natürlich merkte sie, wie die Angst vor der Niederlage wuchs. Aber so viel weiß sie längst: „Angst hat jeder. Aber die Guten können die Stimmen in ihrem Kopf ausschalten und machen einfach weiter.“

Und irgendwie gelang ihr das. Genau das gehört zu den Dingen, die sie selbst in diesem Jahr der Bewährung gelernt hat, und sie staunt immer noch darüber, wie viele Erfahrungen sie innerhalb weniger Monate gemacht hat.

Nach mehr als zwei Stunden sah sie, wie die Amerikanerin beim Stand von 5:4 den ersten Matchball mit einem leichten Fehler vergab, und nahm das Signal auf. Sie wusste genau, wie es der anderen in diesem Moment ging, und das Wissen gab ihr den entscheidenden Kick. Als es darauf ankam zeigte sie Stärke.

22 ist sie, aber Andrea Petkovic sagt: „Ich kann noch wie ein kleines Kind durch die Tenniswelt gehen und staunen.“ Über Nervenstärke unter rosarotem Abendhimmel, zum Beispiel.

Doris Henkel

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