Ordner muss sein

Ob Rockkonzert, Freizeitpark oder Fußballstadion - wo immer viele Menschen zusammenkommen, ist der Ordner nicht weit. Er soll im Idealfall dafür sorgen, dass der Besucher sicher und problemlos das Event genießen kann, für das er in der Regel auch viel Geld ausgegeben hat.

Und obwohl der Ordner da arbeitet, wo andere Menschen ihre Freizeit verbringen, ist er keineswegs zu beneiden. Für ein zumeist dürftiges Gehalt muss er bei Wind und Wetter seinen Rücken zum Geschehen wenden und so lange herumstehen, dass Krampfadern wahrscheinlich zu den häufigsten Berufskrankheiten des Ordners gehören. Obendrein wird er von seinem Chef in modisch fragwürdige Polyester-Leibchen gezwängt, deren Farbe selbst in den 80er Jahren zu grell gewesen wäre.

Allerdings hat die eher harmlose Gattung Ordner auch vereinzelt unfreundliche Vertreter, mit denen Mitleid nicht angebracht ist. Schlecht gelaunt und mürrisch sieht der unfreundliche Ordner in jedem Besucher einen potenziellen Regelverletzter. Sicherheitshalber wird der Gast daher in bester Polizeistaat-Manier schon prophylaktisch schroff zurechtgewiesen.

Aber egal ob der Ordner nun freundlich ist oder nicht, niemals gibt es eine Rechtfertigung dafür, einen Ordner zu schlagen, wie es der von Leverkusen entlassene Spieler Emir Spahic getan hat. Mindestens ebenso unverständlich ist es aber, dass Bayers Ultra-Fans daraufhin mit Plakaten Solidarität mit Spahic demonstrieren.

Ohne Ordner wäre kein einziger von ihnen im Stadion. Ein wenig Ordner muss eben sein.