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Oranje regiert in Inzell: Zweiter Sieg für Wüst

11.03.2011 | 21:23 Uhr

Inzell (SID) -  Ireen Wüst hüpfte wie ein Irrwisch über die Bahn und sprang ihrem Trainer Gerad Kemkers in die Arme. "Ich bin total glücklich", rief die Olympiasiegerin. Einen Tag nach ihrem überraschenden Triumph über 3000m gewann die Niederländerin bei der Einzelstrecken-WM in 1:54,80 Minuten auch Gold über 1500m. Der Jubel der Oranje-Fans kannte in der Inzeller Eishalle keine Grenzen, nachdem Diane Valkenburg und Jorien Voorhuis den Dreifach-Erfolg von Oranje perfekt gemacht hatten.

Zur herausragenden Athletin der Inzeller WM avanciert aber mehr und mehr die 25-jährige Wüst, die die Weltelite wieder aufmischt. Nach ihrem Olympiasieg 2006 musste sie einige Durststrecken überstehen und verschwand zwischenzeitlich in der Versenkung. Pünktlich zu den Olympischen Spielen in Vancouver 2010 meldete sie sich zurück und holte Gold über 1500m.

Noch besser läuft es in dieser Saison. Bislang steigerte sich die in Heerenveen beheimatete Wüst von Wettkampf zu Wettkampf und wurde im Februar Weltmeisterin im Mehrkampf. In Inzell läuft die im südholländischen Goirle geborene Allrounderin zu absoluter Top-Form auf und hat zwei weitere Titel ins Visier genommen. Über 1000m und in der Team-Verfolgun will sie ganz oben auf dem Treppchen stehen.

Den deutschen Frauen blieb indes nur das Nachsehen. Monique Angermüller kam als beste Deutsche in 1:59,86 Minuten auf Rang 13. Isabell Ost (Berlin/2:00,23) und Jennifer Bay (Dresden/2:01,38) belegten die Plätze 16 und 19.

Davis siegt - Schwarz Neunter

Wenig Grund zur Freude hatten auch die deutschen Männer am zweiten Tag der WM. Samuel Schwarz lief über 1000m in 1:09,64 Minuten auf den neunten Platz, blieb allerdings knapp über seiner Saisonbestleistung (1:09,56). Der Chemnitzer Nico Ihle kam in 1:10,59 Minuten beim Sieg von Olympiasieger Shani Davis aus den USA (1:08,45) auf den 18. Platz. Silber holte überraschend der Niederländer Kjeld Nuis (1:08,67), Bronze ging an dessen Landsmann Stefan Groothuis (1:08,73).

"Es war ein guter Lauf. Vor allem der Angang passte. Da war ich sehr aggressiv. Hinten raus wurde es doch schwer", sagte Schwarz nach seinem Rennen. Ihles Enttäuschung hielt sich in Grenzen. "Am Ende der Saison fehlt eben die Kraft", sagte der 25-Jährige. Trainer Klaus Ebert sah den Lauf deutlich kritischer: "Das war von Anfang an Krampf und Kampf."

Schwarz hatte Mitte Dezember im japanischen Obihiro seinen ersten Weltcup-Sieg geholt und beim Sieg über 1000 m in 1:09,98 Minuten den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Seitdem jedoch konnte der 27-Jährige nicht mehr in die Weltspitze vorstoßen. Dem deutschen Rekordhalter Ihle (1:07,87) werden bessere Chancen auf eine vordere Platzierung am Sonntag über die 500m eingeräumt.

Routinier Bob de Jong hat sich zum Abschluss des zweiten Tages den Titel über 5000m gesichert. Der 34-Jährige aus den Niederlanden siegte in 6:15,41 Minuten vor Lee Seung-Hoon (Südkorea/6:17,45) und dem Russen Ivan Skobrew (6:17,47). Bester Deutscher wurde Patrick Beckert (Erfurt) in 6:30,52 Minuten auf Rang zwölf. Robert Lehmann (Erfurt) belegte in 6:31,92 Minuten den 16. Rang.

Peinliche Pannen bei der Siegerehrung

Eine peinliche Panne ereignete sich bei der anschließenden Siegerehrung. Nach dem 5000-m-Rennen der Männer zogen die Veranstalter für den drittplatzierten Ivan Skobrew die falsche Fahne auf. Statt der russsischen Flagge wurde die französische Fahne gehisst. "Ich habe kein Glück bei Siegerehrungen", sagte Skobrew. Bereits nach seinem Sieg bei der Mehrkampf-WM in Calgary/Kanada im Februar wurde eine falsche Hymne zur Siegerehrung eingespielt.

Zuvor hatte es nach dem 3000-m-Rennen der Frauen bei der Medaillenübergabe bereits einen Fauxpas gegeben. Weltmeisterin Ireen Wüst (Niederlande) und die Zweitplatzierte Martina Sablikova (Tschechien) hatten die Medaillen fürs 10.000-m-Rennen der Männer erhalten. Die Drittplatzierte Stephanie Beckert aus Erfurt kontrollierte sofort ihre Medaille, als sie davon hörte. Doch Beckert hatte das richtige Edelmetall bekommen.

DerWesten



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