Olympia 2022

Thomas Bach und das IOC können unbesorgt sein

Bach lässt nach dem Münchener Votum Selbstkritik vermissen.
Bach lässt nach dem Münchener Votum Selbstkritik vermissen.
Foto: dpa

Sechs Kandidaturen um die olympischen Winterspiele 2022 spielen Thomas Bach in die Karten. Statt sich selbstkritisch mit dem Bürgervotum gegen eine deutsche Bewerbung auseinanderzusetzen, kritisiert er lieber deren Initiatoren. Schlimm. Ein Kommentar.

München.. Es war ein starkes Zeichen. Ausnahmsweise mal aus einem Bundesland, das gewöhnlich eher peinliche Signale sendet. Mit der Verhinderung der Münchner Olympiabewerbung für die Winterspiele 2022 sind die Bürger in Bayern mehrheitlich selbstbewusst und mutig gegen die Allianz von Politik, Sport und örtlichen Medien aufgestanden. Bei denen, die es angeht, ist die Botschaft freilich nicht angekommen. Erwartungsgemäß

Gut, IOC-Präsident Thomas Bach hat sich nach tagelangem Schweigen erstmals „besorgt“ geäußert. Aber seine Sorge gilt nicht etwa seiner Organisation, die noch jeden Ausrichter der Spiele finanziell ausgepresst hat wie eine Zitrone. Sondern einer von ihm in Deutschland beobachteten „gewissen Mutlosigkeit, wichtige Zukunftsprojekte konsequent anzugehen“. Mehr Ignoranz gegenüber den wahren Gründen für das Bürgervotum geht kaum.

Mehr als nur ein Zeichen

Was die generelle Zukunft Olympischer Spiele betrifft, kann Bach im Übrigen vorerst gänzlich unbesorgt sein. Sechs Bewerbungen für die Winterspiele 2022 – doppelt so viele wie für 2018 – versetzten das IOC am Freitag in Hochstimmung. Sieht es sich doch in seinem Selbstverständnis bestätigt.

Erst wenn auch andere potenzielle Ausrichter erkennen (und die Konsequenz daraus ziehen), dass die olympische Idee zu wertvoll ist, um sie der Profitgier und dem Gigantismus samt Umweltzerstörung auszuliefern, wird das Zeichen von München nicht nur als kleines Störfeuer, sondern als Meilenstein in die olympische Geschichte eingehen. Also vermutlich nie.

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