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Olympia-Bewerbung macht Olympia-Party zunichte

19.02.2010 | 16:13 Uhr
Olympia-Bewerbung macht Olympia-Party zunichte

Oberwiesenthal.Ernüchterung in Oberwiesenthal. Wegen eines Rahmentermins der Münchner Olympiabewerbung müssen die Olympiafahrer zum Marienplatz und können nicht wie geplant nach Oberwiesenthal.

In Oberwiesenthal will sich in diesen Tagen kein richtiges Olympiafieber einstellen. Die Stimmung in der deutschen Wintersport-Medaillenschmiede erhielt einige Dämpfer. So platzte der Empfang für die Olympia-Fahrer am 2. März. Der Grund: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) plant am gleichen Tag im Rahmen seiner Bewerbung für 2018 in München eine feierliche Begrüßung auf dem Rathausbalkon am Marienplatz. Erscheinen ist für deutsche Athleten dort Pflicht.

So voll wie bei Bayerns Meisterfeier auf dem Marienplatz könnte es nach den Spielen beim Amfang der Athleten auch werden.

„Das ist sehr schade“, sagt Oberwiesenthals Bürgermeister Mirko Ernst. Die sächsische Gemeinde hat viel Arbeit in die Vorbereitung gesteckt. Eine Lasershow war geplant, die Musik für die rund 4000 Besucher in der Freilichtbühne war bestellt - doch dann folgte das Aus. „Vielleicht gibt es kurzfristig noch einen Ersatztermin. Doch das wird schwierig“, sagte Ernst.

Gern hätte man in der Wintersport-Hochburg seinen Stars wie Rodel-Olympiasiegerin Tatjana Hüfner oder Torsten Wustlich, der im Doppelsitzer mit Partner Andre Florschütz in Vancouver Platz fünf erreichte, einen großen Bahnhof bereitet. „So etwas lockt auch immer viele Touristen an. Wir haben immerhin 4000 Hotelbetten im Ort“, betonte Ernst.

Auf Olympia folgen die Schlittenhunde

Auch das Angebot für Public Viewing im Ski-Stadion von Oberwiesenthal erwies sich bislang noch nicht als Zuschauer-Magnet. „Es kamen nur ganz wenig Leute“, klagt Geschäftsführer Thomas Kaufmann vom Wintersport-Club Oberwiesenthal. Einige Tage sollen die Wettkämpfe aus Kanada noch auf einer großen Leinwand zu sehen sein. Am Dienstag ist allerdings Schluss, dann beginnt in der Skiarena die WM im Schlittenhunderennen.

In der thüringischen Wintersport-Hochburg Oberhof will man sich den traditionellen Empfang auf keinen Fall nehmen lassen. Für den 3. März ist die große Begrüßungsparty der Vancouver-Fahrer aus der Region geplant. Bis es soweit ist, wird schon jetzt am Fernseher mitgefiebert - auch zu nachtschlafender Zeit.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) plant am gleichen Tag im Rahmen seiner Bewerbung für 2018 in München eine feierliche Begrüßung auf dem Rathausbalkon am Marienplatz.

Ein beliebter Ort der Feiern ist der „Doppelsitzer“. In die liebevoll eingerichtete Sportgaststätte lädt regelmäßig der Bob- und Skeleton-Rennstall (BSR), für den auch der deutsche Bob-Pilot Andre Lange an den Start geht, zum Public Viewing ein. „Das wird angenommen. Man merkt, dass die Gäste länger bleiben“, sagte Hartmut Welsch, Inhaber des „Doppelsitzer“.

Gute Stimmung im privaten Kreis

Äußerst stimmungsvoll ging es bislang auch bei den privaten Feiern von Angehörigen und Freunden der Vancouver-Fahrer zu. In Blankenburg im Harz, der Heimatstadt von Hüfner, verfolgten rund 30 Familienangehörige, Freunde und Bekannte die Goldfahrt der Rennrodlerin. Als der Triumph feststand, floss der Sekt.

Auf jeden Fall will die kleine Gemeinde ihrer neuen Heldin auch einen bunten Empfang bereiten. Auch Mutter Karin Hüfner, die den Triumph ihrer Tochter in Vancouver live miterlebte, hat sich für die Heimkehr ihres Goldmädchens eine ganz besondere Belohnung ausgedacht: „Tatjana isst am liebsten Buttermilchgetzen mit Kaninchenbraten. Das werde ich ihr bestimmt zubereiten“.

DerWesten

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