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Nach Pettigrew-Selbstmord: Gold an Nigeria

21.07.2012 | 17:29 Uhr

Zwei Jahre nach dem Selbstmord von US-Läufer Antonio Pettigrew hat das Internationale Olympische Komitee das 4x400-m-Gold von Sydney 2000 Nigeria zugesprochen.

London (SID) - Zwei Jahre nach dem Selbstmord von US-Läufer Antonio Pettigrew hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) das 4x400-m-Gold von Sydney 2000 am Samstag in London Nigeria zugesprochen. Silber erhielt Jamaika, Bronze die Bahamas. Ihr 4x400-m-Gold von Athen 2004 verlor die im Vorlauf gestartete Ersatzläuferin Crystal Cox (USA). Der Leichtathletik-Weltverband IAAF muss nun entscheiden, ob auch die anderen Staffelmitglieder Monique Henderson, Monique Hennagan, Sanya Richards und Deedee Trotter diesen Titel verlieren.

Diese Entscheidungen traf sechs Tage vor dem Olympia-Auftakt in London (27. Juli bis 12. August) die 15-köpfige Exekutive des IOC, der auch Vizepräsident Thomas Bach angehört.

Der US-Männerstaffel war der Sieg bereits am 2. August 2008 durch das IOC in Peking aberkannt worden, weil der ehemalige 400-m-Weltmeister Pettigrew im Zuge des Skandals um das amerikanische Doping-Labor BALCO ein Geständnis abgelegt hatte. Auch Staffelmitglied Jerome Young hatte Gold wegen Dopings verloren. 400-m-Weltrekordler Michael Johnson hatte seine Goldmedaille vor der endgültigen Entscheidung freiwillig zurückgegeben. Pettigrew verlor danach insgesamt dreimal WM-Gold. Nur den WM-Titel von Tokio 1991 über 400 m durfte er behalten.

Antonio Pettigrew hat sich laut Autopsie-Bericht im Oktober 2010 das Leben genommen. Er wurde von Freunden mit einer tödlichen Dosis Diphenhydramin leblos in seinem verschlossenen Auto gefunden. Zuvor hatte seine Ehefrau Cassandra den 42-Jährigen als vermisst gemeldet.

Crystal Cox war 2010 für vier Jahre gesperrt worden, nachdem sie wie Pettigrew gestanden hatte, im BALCO-Skandal von 2001 bis 2004 Anabolika genommen zu haben. Würde die IAAF entscheiden, dass die gesamte USA-Staffel disqualifiziert wird, würde Russland nachträglich Olympiaasieger, Silber ginge an Jamaika, Bronze an Großbritannien. Deutsche 4x400-m-Staffeln standen weder bei den Männern in Sydney noch bei den Frauen in Athen im Finale.

Für die Spiele 2000 in Sydney hatte Marion Jones (USA) nach ihrem Dopinggeständnis Gold über 100, 200 und 4x400 m verloren, ebenso Bronze über 4x100 m und im Weitsprung.

sid

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