Deutsche schwammen bei Olympia nur hinterher
05.08.2012 | 22:06 Uhr 2012-08-05T22:06:22+0200
London. Die deutschen Schwimmer gingen bei den olympischen Spielen fast durchweg baden, Konsequenzen will der deutsche Schwimmverband aber offensichtlich nicht ziehen. Andere Nationen waren erfolgreicher, auch wenn nicht alle Athleten die erwarteten Ergebnisse lieferten. Eine Bilanz der Schwimm-Wettbewerbe.
Ab sofort werden im architektonisch ausgefallenen Aquatics Centre nur noch artistische Sprünge vom Brett und Turm zu sehen sein. Die Leinen im Becken können eingelagert werden, die olympischen Schwimm-Wettbewerbe sind beendet. Wir ziehen aus den zurückliegenden acht Tagen acht Erkenntnisse. Ernste und nicht so ernste.
1.) Wer hatte es nicht schon längst geahnt? Auch Schwimm-Superstars tun es. „Fast 100 Prozent der Schwimmer pinkeln ins Becken“, behauptet die US-Schwimmerin Carly Geehr, „Adrenalin und Nerven verursachen ein Chaos in deinem Körpersystem.“ Dass dies keine Exklusiv-Übertreibung ist, bestätigt ihr Team-Kollege Ryan Lochte: „Nicht während der Rennen, aber beim Aufwärmen. Das liegt glaube ich am Chlorwasser. Da muss man automatisch pinkeln.“
Deutsch ließen stets den Vortritt
2.) Ob dies eine US-Eigenart ist, wissen wir nicht. Aber eine deutsche Eigenart war es bei diesen Spielen in London, stets allen anderen Nationen beim Weg auf das Podium den Vortritt zu lassen. Erstmals seit den Olympischen Spielen in Los Angeles, nicht denen im Jahr 1984, sondern denen im Jahr 1932, blieb das deutsche Schwimm-Team, immerhin 28 Personen stark, ohne Medaille.
Die Olympischen Sommerspiele fanden 2012 in London statt. Etwa 10.500 Sportlerinnen und Sportler waren dabei. Alle Infos im Überblick auf unserer Spezialseite.
3.) Konsequenzen? Rücktritte? Fehlanzeige. Auch wenn einstige Schwimm-Größen wie Michael Groß oder Mark Warnecke einen Neuanfang und den Rückzug von Lutz Buschkow fordern, hält Christa Thiel, die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes, weiter an ihrem Sportdirektor fest. „Wir haben in der Mehrzahl der Disziplinen den Anschluss an die Weltspitze verloren“, bilanzierte Buschkow und listete selbst die Versäumnisse auf: „Keine stabile Wettkampfstruktur, zu viele Experimente, zu geringe Grundlagenausdauer, fehlende allgemeine athletische Voraussetzungen, keine psychische Wettkampfhärte.“ Alles richtig, aber die Verantwortung dafür übernimmt der Chef nicht.
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