Olympia-Wettlauf der Beacher auf Hochtouren

Die deutsche Beachvolleyball-Familie freut sich auf das heiße Final-Wochenende der WM mit Katrin Holtwick und Ilka Semmler. Intern aber hat die Aufarbeitung der WM-Tage von Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Apeldoorn bereits begonnen.

Den Haag.. "Natürlich hatten wir uns ein bisschen mehr versprochen", räumte Ralf Iwan, Sportdirektor des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), ein. Gerade bei den Damen hatte das frühzeitige Ausscheiden von Karla Borger und Britta Büthe (Stuttgart), Laura Ludwig und Kira Walkenhorst (Hamburg) sowie Chantal Laboureur und Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen) die Verbandschefs geschockt.

Vor allem Borge/Büthe und Ludwig/Walkenhorst hatten sie durchaus Medaillenränge zugetraut. "Es war ein schwarzer Mittwoch", sagte Iwan zum plötzlichen Komplett-Aus des Trios nach einer souveränen Vorrunde.

"Die Umstellung von der Gruppenphase auf die K.o.-Runde bereitet unseren Teams Probleme. Das ist ein psychologisches Phänomen", bemerkte Andreas Künkler, DVV-Vizepräsident für Beachvolleyball. Da müssten die Teams nochmals ran. Immerhin gehören neben Ball- und Athletiktrainern auch Mentaltrainer bei den deutschen Sand-Duos inzwischen fest zum engeren Umfeld. "Die Mosaiksteinchen sind alle da. Man muss sie nur zu einem Puzzle zusammenführen", erklärte Moritz Anderten, Mentalcoach der Berlinerinnen Holtwick/Semmler.

Was beim besten deutschen WM-Team in den Niederlanden gelang, wollen auch die drei weiteren Spitzenduos auf dem Weg zu Olympia 2016 schaffen: Mit stabilen Leistungen viele Qualifikationspunkte sammeln, um im kommenden Jahr als eines von zwei deutschen Teams an der berühmten Copacabana dabei zu sein. "Olympia steht klar im Fokus", betonte Semmler.

Der Weg dahin ist steinig. Zwölf Resultate auf der Welttour bis zum 21. Juni 2016 kommen in die Wertung. Nur die ersten 15 Teams der Quali-Liste je Geschlecht sind in Rio dabei. Dazu gibt es noch den Weg über den European Continental Cup. Allerdings bleibt es bei maximal je zwei deutschen Olympia-Startern.

Das könnte bei den Frauen durchaus dazu führen, dass sich ein DVV-Team zwar im Olympic Ranking unter die ersten 15 arbeitet, aber dennoch rausfällt, weil zwei andere deutsche Duos noch besser sind. So kämpft zwar Deutschland um Olympia - aber jeder für sich. "Was die anderen machen, ist nicht unser Bier. Wir verfolgen das natürlich. Aber wir konzentrieren uns auf die eigenen Aufgaben", unterstrich Semmler (29), die mit ihrer Partnerin Holtwick (31) mit ihrem WM-Resultat in der internen Rangliste wieder aufgeholt hat.

"Das ist kein Weltuntergang", wertete die fünfmalige deutsche Meisterin Laura Ludwig ihre WM. "Die großen Up und Downs beschäftigen uns noch", verwies die Hamburgerin auf die längere Verletzungspause ihrer Partnerin. "Es braucht einfach Geduld. Wenn wir oben sind, sind wir schon wieder dort, wo wir vor einem Jahr waren, vielleicht sogar noch ein Stück weiter", urteilte Ludwig.

Viel Zeit zur Analyse bleibt den deutschen Beach-Ladies ohnehin nicht. Schon in der kommende Woche geht es nach Gstaad zum nächsten Turnier der Major Serie. Dann folgen gleich der Grand Slam im japanischen Yokohama und die EM in Klagenfurt. Der Olympia-Wettlauf geht auf Hochtouren weiter.