Nur noch weißer Brei

Vor einigen Jahren war es noch so, dass einige Sportarten eine Chance hatten, verstärkt in den Blickpunkt zu rücken, als der Fußball seine Winterpause machte. Bestes Beispiel ist das Skispringen, das von RTL groß herausgebracht wurde, als Martin Schmitt und Sven Hannawald auf dem Schanzentisch wie Adler abhoben.

Eine solche Entwicklung ist heutzutage ganz weit weg, unter anderem weil den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern leider nicht daran gelegen ist, den Sport zu akzentuieren. Es wird nur gesendet, was mit Schnee zu tun hat. Gestern und vorgestern sendete die ARD wieder von frühmorgens bis abends nur Wintersport. Weiß in der Endlosschleife. Absurd. Für die Skispringer, ja selbst für einen Felix Neureuther, der gerade in Wengen meisterhaft durch die Slalomstangen tanzte, ist es bei diesen Bedingungen schwierig geworden, in diesem weißen Brei noch die Aufmerksamkeit zu bekommen, die selbstverständlich sein müsste. Der Wintersport wird totgesendet.

In diesem Zusammenhang an die Handballer zu denken, drängt sich auf. Noch 2007 hat die deutsche Nationalmannschaft die Nation elektrisiert, als man im eigenen Land Weltmeister wurde. Lange her, aktuell konnten hierzulande nicht einmal die Übertragungsrechte der WM an den Mann gebracht werden, bis sich Sky erbarmte und zuschlug.

Ob sich das Investment für den Bezahlsender lohnt, dürfte sich trotz zweier Siege der DHB-Auswahl kaum einschätzen lassen. Was die Sky-Bosse offenbar wissen, ist, dass sich die Golf-Übertragungen auszahlen. Seit gestern mehr denn je. Beim Turnier in Abu Dhabi spielte Martin Kaymer die halbe Weltelite in Grund und Boden, ehe er einbrach und am Ende auf Platz drei landete.

Ein sagenhaftes Hin und Her zwischen Triumph und sportlicher Tragödie, das – wie viele andere Sportereignisse – eine besondere Aufmerksamkeit verdient gehabt hätte. Nicht nur zu einer Zeit, da die Fußball-Bundesliga Pause macht. Man kann es nur bedauern: Das gebührenfinanzierte TV bietet in Deutschland bestenfalls unterklassiges Niveau.