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Kritik an Rückzug der Polizei - "Problemfans freuen sich"

04.08.2014 | 14:36 Uhr
Polizisten beim Einsatz in Dortmund. Archiv-Foto: Ralf Rottmann

Essen.   Die Polizei in NRW möchte zur kommenden Saison die Einsätze bei Fußballspielen stark reduzieren. Der Vorsitzende des Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), übt Kritik an den Plänen. „Die Problemfans, insbesondere die Gewaltbereiten, werden über diese Pläne ganz gewiss nicht traurig sein“.

Die Polizei in NRW setzt die Fußballvereine unter Druck, in den Stadien selbst für mehr ­Sicherheit zu sorgen. Sie wird die Präsenz bei den Spielen der Bundesliga-Saison 2014/15 deutlich verringern. Das gilt in Arenen ­genau so wie auf Wegen dorthin. Das Landesinnenministerium spricht von einer „angemessenen Reduzierung“. Es will Personal und Kosten sparen. Mit Köln und Paderborn spielen jetzt zwei NRW-Vereine mehr in der ersten Liga. „Bereits jetzt verwendet die Bereitschaftspolizei ein Drittel ihrer Einsatzzeit nur für die Sicherheit bei Fußballspielen . Machten wir weiter wie bisher, würde sich das nochmal deutlich erhöhen. Das kann ich dem Steuerzahler nicht mehr vermitteln“, erklärt Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD).

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Konkret: Zu Spielen ohne Risikopotenzial will das Innenministerium teilweise überhaupt keine Bereitschaftspolizei mehr schicken. In Stadien soll sie sich „anlassunabhängig nicht offen im Stadion zeigen“, heißt es in dem Erlass vom 31. Juli. Darin wird angekündigt, dass die neuen Regeln zwischen dem 1. August und dem 27. September zunächst erprobt werden sollen. „Um die Polizei dort weiterhin präsent zu halten, wo sie gebraucht wird , müssen wir den Kräfteeinsatz optimieren", erklärt Jäger.

Aus dem Konzept geht aber auch hervor, dass Jäger unzufrieden ist mit den Bemühungen der Clubs, das Hooligan-Problem in den Griff zu bekommen. „Einige der Partner“ – gemeint: Vereine und Fans – „kommen ihrer ­Verantwortung noch nicht voll­umfänglich nach“.

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Shuttles sollen nicht mehr begleitet werden

Shuttles zu den Stadien – wie beispielsweise in Gelsenkirchen durch die Bogestra zwischen Hauptbahnhof und Arena - werden generell nicht mehr polizeilich begleitet.

Die Einsatzplanung für die einzelnen Spiele und die Anforderung von Kräften erfolgt beim Landesamt für polizeiliche Dienste in Duisburg (LZPD), nicht mehr vor Ort in Gesprächen zwischen Ortspolizei, Vereinen und Fanorganisationen. In dem Erlass heißt es dazu, das Amt prüfe „die Zuweisung von Kräften aus Anlass von Fußballspielen kritisch und mit engem Maßstab“. Es finde Spielbegegnungen heraus, die ohne oder mit weniger Polizei möglich sind.

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„Mit Beginn der Spielsaison 2014/15 möchte die Polizei NRW ein Signal setzen und die Eigenverantwortung der fußballbegeisterten Fans, der Vereine und Netzwerkpartner stärken “, betont das Innenministerium in einer „Botschaft“ an alle Beteiligten. Vereine und Fans sollten die Maßnahmen als „Vertrauensvorschuss“ sehen. „Rechtfertigen Sie dieses Vertrauen durch friedliches Verhalten“.

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Kommentare
09.08.2014
18:51
Kritik an Rückzug der Polizei - "Problemfans freuen sich"
von Saubermann | #55

Nachtrag: Hier ein paar Zahlen aus 2010:

Der deutsche Profifußball bringt dem Bund pro Jahr 1,5 Milliarden Euro an Steuern und ist damit zu 0,1...
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Kritik an Rückzug der Polizei - "Problemfans freuen sich"
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http://www.derwesten.de/sport/nrw-reduziert-polizeipraesenz-an-fussballstadien-id9665026.html
2014-08-04 14:36
Polizei,Fußball,Stadion,Einsatz,GdP,Innenminister Ralf Jäger,
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