Nowitzki gibt sich ganz entspannt

Washington..  Aller schlechten Dinge sind drei? Nach 2008 und 2012 starten Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks an diesem Samstag erneut nur als siebtbestes West-Team der NBA in die Endrunde der amerikanischen Profi-Basketball-Meisterschaft. Gegen New Orleans und Oklahoma flog die Mannschaft von Trainer Rick Carlisle damals zum Auftakt sang- und klanglos raus. Und auch diesmal sieht es nicht rosig aus. Mit dem texanischen Rivalen Houston Rockets, die mit dem überragenden Linkshänder James Harden (25) einen Anwärter auf den Titel des „Wertvollsten Spielers“ aufbieten, wartet auswärts ein Titelaspirant.

Für Nowitzki, der seine 17. NBA-Saison absolviert, kein Grund zur Panik. „Houston ist uns im Stil sehr ähnlich. Das wird eine attraktive und sehr umkämpfte Serie“, sagte der 36-jährige am Freitag bei einer Telefonkonferenz hörbar gelassen und gut gelaunt. „Wir müssen schnell zurückrennen in der Verteidigung, weil sie unglaublich schnell sind im Angriff. Und wir müssen natürlich selber gut schießen. Es wäre schön, wenn wir zum Auftakt einen Sieg stehlen könnten.“

Der Papierform nach wird die nach dem Best-of-Seven-Modus ausgetragene Zwischenrunde (vier Siege sind zum Weiterkommen nötig) für Nowitzki und seine Kollegen ein Höllenritt. Die Mavericks haben sich trotz starker Neuzugänge wie Tyson Chandler und Rajon Rondo sehr unbeständig durch die Saison geschleppt.

Nowitzkis 17. Saison in der NBA

Nowitzki, in den ewigen Bestenlisten der NBA inzwischen in den Olymp-Regionen angekommen, kämpfte bis vor kurzem mit Wehwehchen und Formschwankungen. Seine Wurfausbeute war nicht mehr so beeindruckend wie früher – 17,3 Punkte im Schnitt. Schnee von gestern.

„Ich fühle mich körperlich wieder gut und freue mich auf die Endrunde“, sagte der 2,13-Meter-Mann, der seine 17. NBA-Saison spielt. Um als zweifacher Vater in Dallas genügend Nachtruhe zu bekommen, schläft Nowitzki mit der älteren Tochter Malaika (fast 2) „in einem anderen Flügel unseres Hauses“. Max, noch keine vier Wochen alt, bleibt bei Mama Jessica.

Selbst wenn die „Mavs“ den Auftakt überstehen sollten: Bis zum Finale am 4. Juni warten weitere Hammer-Teams wie Vorjahressieger San Antonio Spurs und die Golden State Warriors aus San Francisco. Das zur Stunde beeindruckendste Team – 67 Siege, 15 Niederlagen – hat mit Distanzwerfer Stephen Curry (27) eine Präzisionsmaschine auf zwei schmächtigen Beinen unter Vertrag. Nowitzki: „Curry ist der absolute Wahnsinn.“ Im Westen lauten die ersten Paarungen: Golden State Warriors gegen New Orleans Pelicans, Portland Trail Blazers gegen Memphis Grizzlies, Los Angeles Clippers gegen San Antonio Spurs, Houston Rockets gegen Dallas Mavericks.

22 Millionen Fans in der Vorrunde

In der Ost-Liga stehen die Sterne für den anderen Deutschen, Dennis Schröder (21) aus Braunschweig, günstiger. Die Atlanta Hawks gehören nach der NBA-Vorrunde, die mit knapp 22 Millionen Fans den Zuschauerrekord von 2006 überbot, zu den Lieblingen der Kommentatoren. Ihren ersten Platz in der „Eastern Conference“ (60 Siege, 22 Niederlagen) verdankt die Mannschaft von Coach Mike Budenholzer einem feinen Kollektiv, aus dem Kyle Korver, Paul Millsap und Spielmacher Jeff Teague herausragen.

Youngster Schröder, einer der explosivsten Akteure in der gesamten NBA, darf als Joker auf Spielanteile hoffen. „Wir lieben sein Selbstvertrauen“, sagt Trainer Budenholzer. Dirk Nowitzki assistiert: „Dennis hat einen Riesenschritt nach vorn gemacht.“

Das Wissen um die eigene Qualitäten hat nach Startschwierigkeiten (und Zukäufen) auch die Cleveland Cavaliers stabilisiert. Sie sind für Nowitzki „Hauptfavorit“ im Osten. Das Team um Miami-Heat-Rückkehrer LeBron James und Aufbau-Fuchs Kurie Irving ist bei den Buchmachern einer der Titelanwärter. Im Osten spielen: Atlanta Hawks gegen Brooklyn Nets, Toronto Raptors gegen Washington Wizards, Chicago Bulls gegen Milwaukee Bucks und Cleveland Cavaliers gegen Boston Celtics.

Zwei Traditionsvereine, die im Titelrennen zu den üblichen Verdächtigen gehören, haben frühzeitig Urlaub gebucht. Vorjahres-Vizemeister Miami Heat ist raus. Ebenso Oklahoma Thunder, wo nach der Fußverletzung von Wurf-Riese Kevin Durant dessen Partner Russell Westbrook allein auf weiter Flur stand.