Neuer Lorbeerfür Guardiola

Aus der vermeintlichen Pflichtaufgabe war vor dem Rückspiel gegen den FC Porto eine große Herausforderung geworden. Die Bayern bestanden sie mit einer kaum für möglich gehaltenen Leichtigkeit im Stil einer großen Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand stehend das Beste aus sich herauszuholen vermag.

Angesichts dieser Galavorstellung, die Erinnerungen an Deutschlands 7:1 über Brasilien bei der WM in Brasilien weckte, mag man es kaum glauben, welche Szenarien vorher schon entworfen worden waren: Vieles, wenn nicht alles, so hieß es, werde bei einem Scheitern in Frage gestellt werden, zu allererst Pep Guardiola. Stattdessen kann der deutsche Rekordmeister nun am Samstag, einen Sieg über Hertha vorausgesetzt, seinen 25. nationalen Titel tiefenentspannt feiern.

Gleichwohl wird der Schreck, der den Münchnern nach der Hinspielpleite in Porto kollektiv in die Glieder gefahren war, wohl noch nachhallen. War doch wieder deutlich geworden, wie schnell im Fußball die Stimmung kippen kann. Nicht wenige Kritiker hatten sich „vorsorglich“ schon mal ein wenig von dem bis dato als unantastbar geltenden Pep Guardiola abgesetzt. Statt in der Affäre um Ex-Mannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt nachzukarten, sind sie jetzt damit beschäftigt, neue Lorbeerkränze zu winden.