Neuer bleibt ohne Ehrung – das Los eines Torhüters

Immerhin in der Mannschaft des Jahres: Manuel Neuer (unten links).
Immerhin in der Mannschaft des Jahres: Manuel Neuer (unten links).
Foto: dpa
Bei der Wahl der weltbesten Fußballer wurde nicht der Torhüter des Weltmeisters ausgezeichnet, sondern der extrovertierte und auch als Marke bekannte Titelverteidiger Cristiano Ronaldo. Ein Kommentar.

Die aktuelle Qualität des deutschen Fußballs ist am Montagabend in Zürich ausgiebig gewürdigt worden. Drei von vier Einzeltiteln, die bei der Weltfußballer- und Welttrainerwahl vergeben wurden, gingen an Nadine Keßler, an Ralf Kellermann und an Joachim Löw.

Es war bemerkenswert, dass sich alle drei Geehrten in ihren Dankesreden nicht selbst bespiegelten, sondern als bescheidene Stellvertreter fantastischer Teams vorstellten. Während Keßler und Kellermann auf dem ungewohnt großen Parkett logischerweise auch nervös wirkten, gab sich Löw einmal mehr souverän – und ohne einen Hauch von Arroganz. Zweifelsohne nicht nur ein würdiger Titelträger, sondern auch ein vorbildlicher Botschafter.

Und Manuel Neuer? Man kann ja leicht missverstanden werden, wenn man der Meinung ist, auch er hätte dringend gekrönt werden müssen. Aber er hat nun mal, ganz unabhängig von seiner Herkunft, kontinuierlich tadellose Leistungen geliefert. Ausgezeichnet wurde jedoch erneut Cristiano Ronaldo – die Marke CR7. Ein Ausnahmefußballer, keine Frage. Aber auch ein Spieler, der bei der WM mit Portugal unterging.

Da die herausragende, spektakuläre Nummer 1 des Weltmeisters diesmal nicht geehrt worden ist, kann sich künftig jeder nominierte Torhüter die Anreise zur Fifa-Gala sparen. Es sei denn, er hat Freude daran, andere gewinnen zu sehen.

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