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Neue Runde im Streit um Dopingstudie

13.11.2012 | 13:07 Uhr
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Der Streit um die umstrittene Studie zur Aufarbeitung des Dopings in Deutschland geht unvermindert weiter.

Berlin (SID) - Der Streit um die umstrittene Studie zur Aufarbeitung des Dopings in Deutschland geht unvermindert weiter. Mit der Veröffentlichung eines Schriftstück wehrt sich das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) gegen den Vorwurf, die Veröffentlichung brisanter Forschungsergebnisse verhindert zu haben.

In dem vom 30. Mai 2012 datierten Brief erklärt BISp-Direktor Jürgen Fischer, dass es der im März 2012 aufgelösten Berliner Forschergruppe frei stehe, ihre Ergebnisse zu veröffentlichen. Eine "gewünschte Rechtsschutzzusage durch das BISp als Projektträger" könne jedoch "nicht gewährt werden." Ein Grund für die Nicht-Veröffentlichung sind auch komplizierte datenrechtliche Bestimmungen.

"Ich kenne dieses Schreiben nicht", erklärte der Sporthistoriker Giselher Spitzer, Mitglied der Berliner Wissenschaftler, auf Anfrage des SID. Warum der Brief die Forscher nicht erreicht hat und ob in dem Brief auch juristisch die geforderte Freigabe enthalten ist, soll jetzt geprüft werden.

Adressiert ist das Schreiben des BISp an den Berliner Projektleiter Hanno Strang, der allerdings bereits Ende 2011 planmäßig in Pension gegangen war. Das BISp erklärte auf seiner Webseite, dass der Empfang des Briefes per Rückschein bestätigt worden sei.

Ursprünglich war die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) initiierte und mit 550.000 Euro dotierte Studie "Doping in Deutschland" vom BISp 2009 an Forscher aus Münster und Berlin vergeben worden. Die Berliner Wissenschaftler um Spitzer hatten ihre Tätigkeit an dem Projekt im März 2012 wegen fehlender Absprachen über die Weiterfinanzierung allerdings beendet. Den letzten und brisantesten Teil des Forschungsprojekts, die Zeit nach der Wiedervereinigung, konnten die Forscher deshalb nicht mehr untersuchen.

Zudem hatten sie in der vergangenen Woche behauptet, dass das BISp eine Veröffentlichung ihrer Berichte behindere. Einen gemeinsamen Abschlussbericht der beiden Forschergruppen gibt es nicht.

Spitzer und sein Team hatten bei einer Teilpräsentation im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt, als sie Westdeutschland für die Jahre 1970 bis 1990 ein "systemisches Doping" attestierten und Ex-NOK-Chef Willi Daume sogar "billigende Mitwisserschaft" vorwarfen. Die Wissenschaftler behaupteten zudem, dass drei Fußball-Nationalspieler bei der WM 1966 das verbotene Mittel Ephedrin eingenommen hätten und damit gedopt gewesen seien.

sid

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