„Nachfolger muss Veränderungen vornehmen“

Ennepetal..  Zum 42. Mal ist am vergangenen Pfingst-Wochenende das dreitägige Fußball-Turnier der A-Junioren über die Bühne gegangen. Fluminense FC besiegte im brasilianischen Finale Titelverteidiger Atletico Mineiro mit 2:1. Borussia Dortmund, Feyenoord Rotterdam, FC Southampton, Hamburger SV, Hannover und der gastgebende TuS Ennepetal folgten auf den Plätzen. Für Dr. Michael Peiniger, Vorsitzender des TuS Ennepetal, war es das letzte Turnier in dieser Funktion. Nach 18 Jahren.

1 Können Sie sich noch an Ihr erstes Turnier als Vorsitzender erinnern?

Es war das Jahr 1998. Der Verein samt der Jugendabteilung waren herunter gewirtschaftet. Das Turnier-Aus war bereits geplant. Nach und nach hat sich eine engagierte Mannschaft gefunden, die das Turnier quasi wiederbelebt hat.

2 Was hat sich in den vergangenen 18 Jahren geändert?

Das Niveau war damals längst nicht da, wo es jetzt ist. Außerdem passiert nichts Unvorhergesehenes mehr – außer dem Wetter.

3 Bedeutet dies, dass der Spax-Cup auf sicheren wirtschaftlichen Beinen steht?

So sieht es aus. Vor allem mit der Hilfe von Spax aus dem Ennepetaler Hause ABC. Allerdings läuft der Kontrakt mit dem Schraubenunternehmen nur noch bis zum kommenden Jahr. Das nächste Turnier, die 43. Auflage, ist gesichert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

4 Kann es denn danach tatsächlich das Aus für dieses renomierte Turnier geben?

Ich denke, dass wir beziehungsweise mein Nachfolger für das Turnier Schritt für Schritt substanzielle und strukturelle Veränderungen vornehmen muss. Es wird künftig schwieriger, dieses Turnier auf die Beine zu stellen. Aber grundsätzlich können wir das – auch mit den vielen ehrenamtlichen Helfern – stemmen. Das macht einfach riesig Spaß, es ist eine geile Geschichte.

6 Woran machen Sie die Schwierigkeiten fest?

Der Fußball, auch im Nachwuchsbereich, wird immer kommerzieller. Es könnte sein, dass namhafte Mannschaften und Spieler nur noch mit einem Antrittsgeld auflaufen.

7 Gibt es für Sie Erinnerungen als aktiver Spieler an das Pfingstturnier?

Ja, ich habe in 1975, einem Jahr bevor der TuS Ennepetal das erste und einzige Mal das Turnier gewann, als Mittelläufer gespielt. Das ist mit der heutigen Sechser-Position vergleichbar. Ich war ein guter Techniker und guter Stratege, musste aber einsehen, dass ich mit dem Tempo der Konkurrenz nicht mithalten kann.