„Müssen eine Reaktion zeigen“

Iserlohn..  Dieter Orendorz gibt sich keine Mühe. Er ist Verteidiger bei den Iserlohn Roosters - und diese Zahl schmerzt ihn derart, dass er gar nicht versucht, sie schön zu reden. „20 Gegentreffer in drei Spielen sind schon viel“, sagt der 22-Jährige. Und ergänzt nicht nur mit Blick auf das Heimspiel am Seilersee an diesem Dienstag gegen die Krefeld Pinguine (19.30 Uhr): „Das müssen wir schleunigst abstellen. Mehr als zwei Tore dürfen wir ab jetzt nicht mehr kassieren.“

Denn die Partie gegen Krefeld läutet nicht nur den Schlussspurt in der Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga ein, in der inklusive dieser noch zehn Spiele zu bestreiten sind. Dieses West-Duell birgt im Kampf um den Einzug in die Play-offs viel mehr Brisanz. Weil die Pinguine derzeit als Tabellenelfter den Platz einnehmen, der eben nicht zur Qualifikation reicht. Sie haben ein Spiel weniger als die Roosters absolviert - und weisen lediglich acht Punkte Rückstand auf den Tabellensechsten vom Seilersee auf. „In dieser Saisonphase kann man wirklich von einem Sechs-Punkte-Spiel sprechen“, erklärt Roosters-Trainer Jari Pasanen.

Dieter Orendorz verhehlt ebenfalls nicht, dass ein Sieg „sehr, sehr wichtig“ sei. Allerdings spornt ihn noch etwas anderes als die Tabellensituation an: „Nach den vergangenen Spielen müssen wir eine Reaktion zeigen“, fordert er, „und dieses Spiel gewinnen.“

Trainingsschwerpunkt Defensive

Aber dafür müsse die Verteidigung an zurückliegende Glanztaten anknüpfen. Orendorz erinnert sich zum Beispiel an eine Phase im vergangenen Jahr, „als wir in fünf Spielen nur sieben Gegentreffer hinnehmen mussten“, sagt er. Die Gründe für die derzeitige Defensivschwäche? „Zu erklären ist das eigentlich gar nicht so richtig“, sagt der gebürtige Iserlohner. Individuelle Fehler, zuviele Unterzahl-Situationen oder schlicht und einfach Pech sind einige Ursachen. „Wir müssen das abstellen“, sagt Orendorz, „und vor unserem Tor wieder mehr gegen Spieler und Schläger arbeiten.“ Wobei Pasanen die Defensive als Gesamtkunstwerk betrachtet, weshalb nicht nur die Verteidiger gefordert sind.

„Wir haben das im Training deutlich thematisiert“, erklärt Roosters-Manager Karsten Mende. Immerhin dürfte Colten Teubert gegen Krefeld wieder den einen oder anderen Wechsel bekommen, nachdem er seine Gesichtsverletzung inklusive Operation überstanden hat und gestern erstmals wieder auf dem Eis stand. Mit Richard Jares fehlt eine Stütze der Iserlohner Verteidigung allerdings weiterhin. „Und wenn zwei Spieler dieser Qualität über längere Zeit fehlen, macht sich das natürlich bemerkbar“, sagt Mende.

Ziel: Direkt in die Play-offs

Er erhoff sich von Zugang Cody Sylvester (siehe Kasten) einige positive Akzente, will die Bedeutung des Duells mit Krefeld jedoch nicht überhöhen. „Unser Ziel bleibt die direkte Qualifikation für die Play-offs“, sagt Mende, „egal, was gegen Krefeld passiert.“ Verletzen dürfe sich aber kein Spieler der Roosters mehr, ergänzt er.

Auch Dieter Orendorz wagt eher den Blick auf Rang fünf, als dass er sich Sorgen machte, sogar noch aus den besten Zehn herauszurutschen. „Die Abstände werden enger, klar. Aber wir müssen uns einfach zusammenreißen - und dürfen nicht so viele Tore kassieren.“