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Was Doppel-Weltmeister Vettel fehlt

10.10.2011 | 17:27 Uhr
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Weltmeister und Altmeister: Sebastian Vettel (l.) und Michael Schumacher.

Essen.   Bei aller Begeisterung um den neuen Doppel-Weltmeister der Formel 1: Bis jetzt ist der Hype um Sebastian Vettel in Deutschland noch nicht ganz so groß wie damals bei Michael Schumacher. Warum? Fünf Fragen, fünf Antworten.

Rot waren die Tribünen am Nürburgring und in Hockenheim, als Michael Schumacher von Sieg zu Sieg raste. Deutschland im Formel-1-Fieber! Auch wenn’s gegen Ende ein wenig langweilig wurde und die Zuschauerzahlen zurück gingen: In seiner Zeit bei Ferrari (1996 – 2006) verlieh der heute 42-jährige Kerpener dem Boom seine Farbe. Und nun? Macht Sebastian Vettel die Tribünen jetzt blau? Bei aller Begeisterung um den neuen Champion: Bisher wirkte das Red-Bull-Blau an den deutschen Rennstrecken noch relativ blass. So hohe Wellen wie damals bei „Schumi“ schlägt die Formel-1-Begeisterung für Vettel in dessen Heimatland (noch) nicht. Woran liegt’s? Fünf Fragen, fünf Antworten.

 

Kommt Vettel als zweiter deutscher Formel-1-Weltmeister zu spät für einen ähnlichen Hype?

Ganz sicher: Ja! Michael Schumacher bleibt nun mal für alle Zeiten der erste Deutsche, der die Formel 1 gewann – auch wenn dies vielleicht der einzige Rekord ist, den ihm Vettel nicht abjagen kann. Aber der Erste schöpft nun mal immer einen Riesen-Anteil an Ruhm und Popularität ab. Bestes Beispiel: Boris Becker und Michael Stich. Dem Pinneberger wurde sein Wimbledonsieg über den Leimener 1991 in der Heimat fast schon übel genommen. Im Gegensatz dazu wird Sebastian Vettel wohl nie als „Spielverderber“ wahrgenommen, dazu wirkt er zu sympathisch. Aber als erster deutscher Weltmeister hat „Schumi“ die glühenderen Verehrer.

 

Sitzt Vettel im „falschen“ Auto?

Vettels Weg zum WM-Titel

Um Weltmeister zu werden, ist der Red Bull natürlich genau das richtige Fahrzeug. Aber: „Ferrari“ klingt nun mal nach Rennwagen, „Red Bull“ nach Limonade. Und das Rot der Italiener bleibt die Farbe, die auf der ganzen Welt am ehesten mit schnellen Autos in Verbindung gebracht wird. Dass ihn ein Wechsel zur Scuderia noch populärer machen würde, weiß Vettel selbst. Aus seiner Sympathie zu Ferrari macht er ohnehin kein Hehl: „Einmal für Ferrari zu fahren ist das Ziel jedes Rennfahrers.“

 

Muss Vettel zu Ferrari gehen, um ein legendärer Fahrer zu werde n?

Helfen würde es schon. Michael Schumachers Ruf hat nach seinen zwei WM-Titeln mit Benetton durch dem Wechsel zu Ferrari ebenfalls noch einmal einen kräftigen Schub erhalten. Andererseits: Ayrton Senna wurde zur Legende, ohne ein einziges Mal in einen Ferrari geklettert zu sein. Sebastian Vettel würde sein Image sicher auch im Mythen-umrankten „Silberpfeil“ von Mercedes aufpolieren. Für die Marke mit dem Stern hat er in der Vergangenheit aber nicht viele freundliche Worte gefunden. Es müssen ihn wohl einige Wegbegleiter darauf aufmerksam gemacht haben, dass seine Sympathie-Bekundungen ziemlich einseitig in Richtung Ferrari orientiert waren. Über die „Silbernen“ sprach er erstmals nach seinem WM-Triumph in Japan positiv in der Öffentlichkeit.

 

Wurde Michael Schumacher besser vermarktet?

So feiert Weltmeister Vettel

Auf alle Fälle gründlicher. Allerdings sehen viele im früheren Schumacher-Manager Willi Weber auch einen Grund für gewisse Image-Probleme des siebenmaligen Weltmeisters. Weber schreckte nicht einmal davor zurück, die „Michael-Schumacher-Salami“ in Automaten zu verhökern. Sebastian Vettel kommt ohne Manager aus. Abgesehen von Shampoo-Reklame hält er sich auf dim Werbe-Sektor sehr zurück. Dadurch verzichtet er zwar auf die eine oder andere Million, wirkt auf die meisten Beobachter aber angenehmer.

 

Ist Vettel zu „brav“, um von vielen Formel-1-Fans als Idol angesehen zu werden?

Das kann’s kaum sein. Denn gerade die echten Formel-1-Fans konnten in dieser Saison erkennen, wie knallhart er auf der Rennstrecke kämpft – nicht erst beim Start-Duell mit Jenson Button in Japan. Vettels freundliche Art im Umgang mit anderen Menschen lässt ihn sogar im Ausland positiv rüberkommen. Er ist zwar mit Michael Schumacher befreundet, wollte diesen aber nie kopieren – ob er dessen Popularitäts-Werte erreicht oder nicht. In der Heimat ist dies ohnehin kaum möglich. Aber das wird Vettel nicht stören.

Walter Brühl

Kommentare
11.10.2011
13:18
Was Doppel-Weltmeister Vettel fehlt
von Emil1972 | #1

Bis jetzt ist Vettel noch nicht negativ aufgefallen wie Schumi (ich erwähne nur die Manöver damals gegen Damon Hill und Villeneuve). Das hat er auch gar nicht nötig. Er ist momentan der beste Fahrer mit dem besten Paket und warum sollte er dann zu Ferrari wechseln? Nur des Mythos wegen? Er ist noch so jung und kann noch viel erreichen. A propos Ferrari: Alonso hat dort Vertrag bis 2016 und ich glaube nicht das Alonso einen Vettel neben sich dulden würde, der sich ganz bestimmt nicht als Nr. 2-Fahrer sieht wie zur Zeit Massa.

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