Supercross-Fahrer Tom Koch gibt Vollgas ohne Führerschein

Kein Führerschein, aber dafür Vollgas auf der Rennstrecke: Der 16 Jahre alte Tom Koch startet beim ADAC-Supercross in Dortmund.
Kein Führerschein, aber dafür Vollgas auf der Rennstrecke: Der 16 Jahre alte Tom Koch startet beim ADAC-Supercross in Dortmund.
Foto: Ralf Rottmann / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der 16-jährige Tom Koch startet beim ADAC-Supercross in Dortmund. Zu dem Rennen in der Westfalenhalle muss ihn allerdings sein Vater fahren.

Dortmund.. Mit seinen 16 Lenzen gehört der Thüringer Tom Koch zu den jüngsten Fahrern, die ab Freitag in der Klasse der unter 21-Jährigen beim ADAC-Supercross in der Dortmunder Westfalenhalle vor Tausenden Zuschauern um den Sieg fahren. Ein Gespräch über seine motorsportbegeisterte Familie, eine Profikarriere, die Fans und den Wunsch nach einem Führerschein.

Auf der Strecke geben Sie auf der Suzuki richtig Gas, dürfen mit 16 aber noch kein Auto fahren. Juckt es Ihnen da nicht in den Fingern?

Tom Koch: Klar, aber ich fahre mit meinem Motorrad ja nur im Gelände und darf damit auch nicht auf die Straße. Daran habe ich mich gewöhnt. Trotzdem warte ich sehnlichst auf meinen 18. Geburtstag.

Wie kommen Sie denn zum Training und zu den Rennen?

Koch: Mich fährt dann jemand aus der Familie. Nach Dortmund sind mein Vater und mein Bruder mitgekommen. Manchmal fährt mich auch mein Großvater zum Training.

Was sagt Ihre Familie zu Ihrer sportlichen Karriere?

Koch: Die sind ja auch alle begeistert vom Motorsport. Wegen ihnen habe ich damit überhaupt erst damit angefangen. Mein Vater war dabei, mein Großvater fährt immer noch, und mein Bruder ist auch aktiv im Motocross.

Und die Reaktionen der Schulkollegen?

Koch: Ich habe im vergangenen Jahr meinen Realschulabschluss gemacht. Jetzt habe ich eine Ausbildung zum Dachdecker in der Firma meines Vaters angefangen. Aber nur die wenigsten meiner Mitschüler haben sich für meinen Sport interessiert. Motocross ist ja in Deutschland gar nicht so bekannt.

Dass Ihr Vater auch gleichzeitig der Chef in der Lehre ist, hilft bestimmt, um mal außer der Reihe frei zu bekommen?

Koch: Ja, sonst wäre das alles auch gar nicht möglich. Häufig muss ich an Rennwochenenden auch schon mittwochs anreisen. Es war von Anfang an so geplant, dass ich bei ihm die Ausbildung mache. Ich möchte eine abgeschlossene Lehre in der Hinterhand haben, falls es mit der Profikarriere nicht klappt.

Eine Profikarriere im Motorsport ist also das Ziel?

Koch: Auf jeden Fall, dafür trainiere ich hart auf der Strecke und im Fitnessraum. Wenn am Ende auch finanziell etwas dabei herausspringen soll, muss man es aber schon unter die Top Ten der Welt schaffen. Ich möchte irgendwann an den großen Rennen in den USA teilnehmen. Dort wird der Sport viel stärker von der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Bleibt Ihnen dabei überhaupt noch Zeit, um mal mit Freunden Partys zu feiern?

Koch: Sehr wenig, aber ein paar Mal im Jahr schon. Wenn man auf eine Profikarriere hinarbeitet, lernt man aber, auf solche Dinge zu verzichten.

Auf Instagram veröffentlichen Sie häufig Fotos und haben über Tausend Anhänger. Wie wichtig sind Ihnen die Fans?

Koch: Es ist schön zu sehen, dass sich so viele Menschen für das interessieren, was ich mache. Und mit den Fotos halte ich diese Leute eben auf dem Laufenden. Beim Rennen sind die Fans nicht wegzudenken. Als ich zuletzt in München auf dem Podium stand, habe ich bei dem Jubel richtig Gänsehaut bekommen.

In sozialen Netzwerken werden Sie auch „Mummel“ genannt. Was hat es damit auf sich?

Koch: Das ist mein Spitzname. Er kommt daher, weil ich früher etwas pummelig war. Irgendwie ist er an mir hängengeblieben.