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Sebastian Vettel flirtet mit Ferrari

12.09.2011 | 23:52 Uhr
Sebastian Vettel in Monza (Foto: dapd)

Monza.  Sebastian Vettel rast auf seinen zweiten Formel-1-Titel zu. Mit 112 Punkten Vorsprung im Gepäck wird er in den fernen Osten reisen. In Monza hätte er das Feiern aber in Rot schöner gefunden.

Was wird Sebastian Vettel durch den Kopf gegangen sein, als er auf dem Podium in Monza ein paar Tränen vergoss? Dass er den WM-Titel der Formel-1-Saison 2011 nach seinem achten Saisonsieg in der Tasche hat, wollte der Heppenheimer zwar nicht bestätigen, dabei zweifelt niemand mehr daran: Vettel wird bald als jüngster Doppel-Weltmeister der Historie in den Büchern der Formel 1 stehen – eventuell sogar schon nach dem nächsten Rennen in zwei Wochen in Singapur.

Die Rechnungen werden allmählich übersichtlicher. Mit 112 Punkten Vorsprung im Gepäck wird Vettel (284 Zähler) in den fernen Osten reisen. Im Klartext: Fährt der Monza-Triumphator in zwei Wochen erneut als Sieger ins Ziel, muss der Spanier Fernando Alonso (Ferrari) mindestens Dritter werden, um eine hauchdünne Chance zu wahren. Jenson Button (England/McLaren-Mercedes) und Mark Webber (Australien/Red Bull), beide derzeit mit 167 Punkten geführt, wären endgültig abgehängt, wenn sie nicht mindestens Zweiter würden.

Es sind Rechenspiele – denn Vettel fuhr auch in Monza derart überlegen, dass die Konkurrenten längst alle Hoffnungen aufgegeben haben. „Es ist vorbei“, hakte Red-Bull-Kollege Webber das Thema ab.

Inzwischen ist kaum noch ein Formel-1-Rekord vor Sebastian Vettel wirklich sicher. Selbst die sieben WM-Titel des Michael Schumacher scheinen für den 24 Jahre jungen Heppenheimer nicht ganz außer Reichweite zu liegen. Schumacher war bei seinem ersten WM-Gewinn 1994 mit 25 Jahren schon älter als Sebastian Vettel bei seinem erwarteten zweiten Titel.

Eine andere Bestmarke bleibt vorerst unangetastet: 2002 krönte sich Schumacher schon sieben Rennen vor Saisonende zum Weltmeister. Das kann Vettel 2011 nicht mehr schaffen – aber seine Karriere ist ja noch lange nicht beendet. Und um Schumis Rekord von 13 Saisonsiegen zu übertreffen, müsste Vettel alle sechs restlichen Rennen gewinnen. Aber 14 Pole Positions wie Nigel Mansell 1992? Zehnmal stand Vettel beim Start schon ganz vorne…

Versteckte Signale

„Mich interessieren in erster Linie nicht die Rekorde“, sagt Vettel zu diesem Thema, „mich treibt der Wunsch an, jedes Rennen zu gewinnen.“ Nur wenige Siege haben ihm indes so viel Freude bereitet wie dieser in Italien. „Monza ist immer besonders emotional. Gerade für mich. Die Erinnerungen an meinen ersten Grand-Prix-Erfolg 2008 kamen wieder hoch. Und so begeisterte Fans gibt’s sonst nirgends. Wenn du hier ganz oben stehst, ist es das beste Podium der Welt.“

Steigerung unmöglich? Vettel: „Höchstens in einem roten Rennanzug.“ In Italien wird dieser Satz sogleich als mehr oder minder verstecktes Signal gewertet, sein Flirt mit der Scuderia Ferrari trifft auf aufmerksame Ohren. Der Heppenheimer, bei Red Bull noch bis 2014 unter Vertrag, hat schon mehrfach seine Sympathien für die Italiener durchblicken lassen. Und Vettel tat den Ferraristi den Gefallen, die Tür aufzuhalten. Er sei „im Augenblick sehr, sehr zufrieden“, sagte der Red-Bull-Pilot, um hinterherzuschieben: „Schauen wir einmal, was in der Zukunft passiert. Man weiß nie, was eines Tages passiert.“

Vettels achter Sieg

Denn Vettel weiß, nicht erst seit Schumacher, dass WM-Triumphe mit den „Roten“, dem erfolgreichsten Team der Formel-1-Historie, dem Team von Alberto Ascari und Niki Lauda, auch große Fahrer noch größer machen. Sie schaffen Legenden.

Walter Brühl

Kommentare
13.09.2011
12:25
Sebastian Vettel flirtet mit Ferrari
von tukow | #1

geiler wäre es mit dem Silberpfeil.........

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2011-09-12 23:52
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