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Kein Fahr-Spaß beim „Race of Champions“

26.11.2010 | 15:36 Uhr
Im Temin-Stress: Sebastian Vettel.

Düsseldorf. Beim „Race of Campions“ steht für die Fahrer meistens der Spaß im Vordergrund. In Düsseldorf ist dies diesmal etwas anders. Sebastian Vettel und Michael Schumacher haben dort viel zu tun.

Michael Schumacher hatte es schon beim Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi geahnt: Ganz so locker und lustig wie vor einem Jahr im Pekinger „Vogelnest“ würde es für die Fahrer beim Race of Champions 2010 in Düsseldorf (Sa., ab 16.30 Uhr, So., ab 11 Uhr) sicher nicht zugehen. Schon gar nicht für die Deutschen. Termine, Termine! Sebastian Vettels „Fahrplan“ für den Freitag beispielsweise war schon voll, noch bevor sich der 23-jährige Heppenheimer vor zwei Wochen zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Motorsport-Geschichte krönte. Verpflichtungen bei Sponsoren, beim Veranstalter, bei den Medien – das schnelle Duo war schon lange vor der Anreise nach Düsseldorf komplett ausgebucht.

In der Vergangenheit war dies anders. Da betrachteten die Fahrer die Wettfahrt mit identischen Autos auf der etwa 600 m langen Stadion-Runde vor allem als eines: Als netten Spaß zum Saisonausklang. In Peking ging’s ausgesprochen locker zu. Jetzt dagegen haben Vettel und Schumacher längst nicht so viel Zeit für ungezwungene Begegnungen mit den Kollegen aus anderen Motorsport-Kategorien wie damals. Am wenigsten der neue Weltmeister: Als wäre das Programm noch nicht voll genug, schob Sebastan Vettel auch noch einen Abstecher nach Berlin ein, wo er am Samstag vor seinem Auftritt in Düsseldorf dem staundenden Publikum am Brandenburger tor seinen Red-Bull-Renner vorführen wird. Danach geht’s im Privatjet an den Rhein zum Runden-Drehen unterm Dach der Esprit-Arena.

Ein bisschen Sport und viel Unterhaltung

Weltmeister Vettel

„Das Race of Champions ist eine Show, aber auch eine professionelle, ernste Veranstaltung“ So beschreibt Michele Mouton, Mitveranstalterin und ehemals Weltklasse-Rallyepilotin, den Event. Ein bisschen Sport und viel Unterhaltung halt. Die Besetzung: Sebastian Loeb (Frankreich), seit 2004 siebenmal hintereinander Rallye-Weltmeister geworden, ist wohl der herausragende Konkurrent für Vettel und Schumacher. Mit dem viermaligen Formel-1-Champion Alain Prost an seiner Seite wird er dem deutschen Duo sicher auch die erfolgreiche Titelverteidigung im Nationen-Wettbewerb am Samstag schwer machen.

Außerdem am Start: Heikki Kovalainen (Finnland), Formel-1-Pilot; Jeroen Bleekemolen (Niederlande), zweimal Sieger im Porsche-Cup; Bertrand Baguette (Belgien), Gewinner Renault World Series 2009; Tom Kristensen (Dänemark), achtmal Sieger in Le Mans; Andy Priaulx (England), dreimal Tourenwagen-Weltmeister; Mich Doohan (Australien), fünfmaliger Motorrad-Weltmeister; Travis Pastrana (USA), Freestyle-Motocross-Weltmeister; Carl Edwards (USA), NASCAR-Champion 2007; Filipe Albuquerque (Portugal) Pilot A1GP; Taner Foust (USA), Sieger X-Games; Jason Plato (England), zweimal britischer Tourenwagen-Champion; Alvaro Parente (Portugal), GP-Pilot).

Sind die Auftritte im Rahmenprogramm absolviert, tritt der Fahr-Spaß für die Akteure wieder in den Vordergrund. Zumindest für Sebastian Vettel. Der hatte seit dem Titelgewinn nur noch im Cockpit seine Ruhe. Michael Schumacher dagegen wird nach seiner mäßigen Formel-1-Comeback beweisen wollen, dass er’s doch noch kann. Wobei sich über den sportlichen Wert der Champions-Rennen niemand Illusionen macht. Anstatt seinen Titel zu verteidigen, startet Audi-Fahrer Mattias Ekström lieber beim DTM-Finale in Shanghai. Das ist ihm einfach wichtiger.

Walter Brühl



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