Großes Bedauern über Schumacher-Absage
11.08.2009 | 14:25 Uhr 2009-08-11T14:25:00+0200
Maranello. Mit Bedauern hat die Formel 1 auf die Entscheidung von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher reagiert, nicht auf die Rennstrecke zurückzukehren. "Das ist eine große Enttäuschung für alle, aber die Gesundheit geht vor", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.
Die Freude war groß, der Frust ist noch viel größer: Nach 14 aufregenden Tagen zwischen Hoffen und Bangen ist Michael Schumachers Sensations-Comeback in der Formel 1 aus gesundheitlichen Gründen geplatzt. Still und leise sagte der siebenmalige Weltmeister seinen für den 23. August in Valencia geplanten Einsatz wegen anhaltender Nackenbeschwerden ab. "Ich bin zutiefst enttäuscht. Mir tut es wahnsinnig leid für die Jungs bei Ferrari und all die Fans, die mir die Daumen gedrückt haben", teilte der 40-Jährige auf seiner Homepage mit.
Er habe absolut alles versucht, versicherte Schumacher, aber zu seinem größten Bedauern klappe es nicht. Schumacher: "Die Schmerzen im Nacken, die nach dem privaten Formel-1-Tag in Mugello auftraten, haben wir leider nicht in den Griff bekommen - auch wenn wir alles versucht haben, was medizinisch und therapeutisch machbar ist."
Badoer springt ein
Schumacher hatte die Nackenverletzung bei einem schweren Motorrad-Unfall im Februar in Spanien erlitten. Er sollte den verletzten Ferrari-Piloten Felipe Massa in Valencia ersetzen. Der Brasilianer wird nach seinem schweren Unfall im Qualifying in Budapest wahrscheinlich für den Rest der Saison ausfallen. Nach Schumachers Absage wird nun Testfahrer Luca Badoer (Italien) in Valencia im roten Renner sitzen.
Schumacher verriet erstmals Details der Verletzungen, die viel schwerwiegender waren als bislang vermutet. Er habe Brüche im Kopf- und Halsbereich erlitten, sagte Schumacher: "Daher kann mein Nacken den extremen Belastungen der Formel 1 nicht standhalten."
Probleme bei Abschlussuntersuchung deutlich geworden
Die Probleme haben sich in der Abschluss-Untersuchung am Montagnachmittag deutlich gezeigt. Schumacher: "Weil sich die Probleme im Nacken, die nach dem Tag in Mugello aufgetreten waren, nicht besserten, habe ich mich am Sonntag kurzfristig entschieden, diese eindringliche Untersuchung bereits am Montag zu machen."
Schumachers Pressesprecherin Sabine Kehm enthüllte in einem Interview, dass es sogar "Verletzungen an einer Arterie" gegeben habe. Laut Kehm sind diese Verletzungen "so schlimm, dass Michael die Extrembelastung, die die Formel 1 darstellt, einfach nicht kompensieren kann."
Gespräch mit di Montezemolo
Die Formel 1 reagierte mit großem Bedauern auf Schumachers Entscheidung. "Das ist eine große Enttäuschung für alle, die sich auf Michaels Comeback gefreut haben", sagte Norbert Haug. Der Mercedes-Sportchef hat aber Verständnis: "Die Gesundheit geht vor. Es war von Anfang an klar, dass die medizinische Untersuchung entscheidend sein wird."
Bereits am Montagabend informierte Schumacher den Ferrari-Präsidenten Luca di Montezemolo und Teamchef Stefano Domenicali, dass er nicht wie erhofft für Felipe Massa fahren kann. "Ich wäre gerne für Felipe eingesprungen. Jetzt bleibt mir nur, dem gesamten Team die Daumen für die nächsten Rennen zu drücken", sagte Schumacher, der seit seinem Rücktritt 2006 als Berater für Ferrari tätig ist. Di Montezemolo hat Schumacher trotz des geplatzten Comebacks für seine Bemühungen gedankt. "In diesen Tagen habe ich das starke Engagement und die außerordentliche Motivation bewundert, mit der Schumacher das Team und die Fans auf der ganzen Welt mitgerissen hat", sagte der Italiener.
Danner hofft weiter
Der ehemalige Rennfahrer Christian Danner glaubt trotz der Absage für Valencia weiter an ein Formel-1-Comeback von Michael Schumacher. "Das Thema ist sicher nicht für alle Zeiten erledigt. Michael wird weiter hart trainieren, die Chance auf Heilung ist gegeben", sagte der heutige RTL-Experte. Für Schumachers Entscheidung hat er Verständnis: "Mit einem gebrochenen Halswirbel ist nicht zu spaßen. Es wäre unverantwortlich gegenüber sich selbst, wenn Michael Rennen fährt, obwohl er nicht hundertprozentig fit ist. Daher war es eine vernünftige Entscheidung."
Weitere Stimmen
Ralf Schumacher: "Es ist absolut klar, dass ein belastender Formel-1-Einsatz nicht möglich ist, wenn der gesundheitliche Zustand dies nicht zulässt. Sehr schade für alle, die sich auf Michaels Comeback gefreut hatten, aber die Entscheidung ist rundrum zu akzeptieren."
Willi Weber (Manager von Michael Schumacher): "Es ist sehr schade. Ich habe mich sehr auf das Comeback gefreut. Aber die Gesundheit geht vor. Michael war total fit, das wäre kein Problem gewesen. Aber nach den ersten Testrunden gab es keine Verbesserung im Bereich der Nackenmuskulatur. Er konnte allenfalls ein Drittel des normalen Trainingspensums in diesem Bereich absolvieren. Der Motorradunfall im Februar war schließlich der schwerste Unfall, den Michael in seiner Motorsportkarriere hatte."
Sebastian Vettel (Formel-1-Fahrer): "Michael wird wissen, war er macht."
Adrian Sutil (Formel-1-Fahrer): "Das ist sehr schade für alle Fans und auch für die Formel 1. Die Euphorie und Vorfreude war groß und wir alle haben uns auf Michael gefreut. Wenn er nicht hundert Prozent fit ist, lässt er es lieber."
Lewis Hamilton (Formel-1-Weltmeister): "Ich war erfreut über die Möglichkeit von Michaels Rückkehr in die Formel 1. Er ist einer der größten Wettkämpfer, eine Legende. Es wäre eine Ehre und ein Privileg gewesen, gegen ihn zu fahren. Die ganze Welt hätte seine Rückkehr ins Cockpit verfolgt."
Hans-Joachim Stuck (Ex-Rennfahrer): "Das ist ein großer Schock für die ganze Formel 1, aber ich schließe ein Comeback von Michael Schumacher auch weiterhin nicht aus. Vielleicht schon im nächsten Jahr, wenn er seine Verletzungen komplett auskuriert hat."
Jochen Mass: "Ich bin nicht unglücklich darüber. Denn das Risiko, dass er als Verlierer aus dieser Geschichte hervorgeht, war relativ groß. Ich bin erleichtert, dass es nicht soweit gekommen ist."
Niki Lauda (dreimaliger Formel-1-Weltmeister): "Das ist natürlich fürchterlich. Ich bin sicher, dass er alles versucht hat, um medizinisch fit an den Start zu gehen. Ich bin sicher, dass er sich jetzt nicht wohlfühlt, weil er alles machen wollte, um zu fahren. Es hat niemand gewusst, wie schwer er sich bei diesem Motorradunfall verletzt hat." (sid)
18:49
da kann ich ja die Schweizer Flagge drin lassen :-))
16:14
Dieser Wirbel um eine der nebensächlichsten und lächerlichsten Sachen der Welt, und das in Anbetracht der aktuellen negativen Realismen ... das zeigt, wes Geistes Kind die Mehrzahl der Deutschen istt .. traurig.
16:02
Gott sei Dank!!!
Nun fährt er doch nicht. Damit hat er sich und seinen Fans (ICH BIN KEIN FAN VON IHM UN DIESEN KOMISCHEN COMPUTERAUTOS) jede Menge Unannehmlichkeiten ERSPART...
15:54
mh, eigentlich gehe ich voher zum arzt und lasse mich untersuchen und nicht zum schluß. oder es war nur mal wieder so etwas um den kartenverkauf anzukurbeln.
15:34
Michael hat das Auto von 2007 getestet, was nicht verboten war, aber auf dem Auto waren Slicks und die waren verboten zu testen.
Er hat auch den Simulator benutzt: auch das war verboten.
Gestern stand von Willi Weber in den Nachrichten, dass er auf jeden Fall führe.
Wer weiß, was die missgünstigen Teams schon für ein Strick für ihn gedreht hatten, was uns nicht bekannt ist, ihm aber vielleicht bereits zugetragen wurde.
Zudem kommt, dass er den Stadtkurs non Valencia noch nie gefahren ist.
15:20
Schaaaade.
Währe ja auch zu schön um Wahr zu sein.
Die Gesundheit geht natürlich vor.
Jetzt ist die F1 auf einen Schlag wieder uninteressant.
15:18
Viel Wind um nichts
14:54
schade, also schaue ich weiterhin NICHT ...
14:37
Die Welt wird es verkraften. MS kann ja immernoch seine Memoiren schreiben, wenn er vom Mond zurückgekehrt ist.