Formel-1-Chef Ecclestone beginnt großes Pokerspiel

Er weiß, wie man eine Kuh melkt: Bernie Ecclestone.
Er weiß, wie man eine Kuh melkt: Bernie Ecclestone.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Erstmals seit 1960 könnte es einen Formel-1-Kalender ohne den Großen Preis von Deutschland geben. Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone ist in das Pokerspiel mit den Veranstaltern eingestiegen. Ein Kommentar.

Essen.. Als Michael Schumacher zu Beginn des Jahrtausends in der Formel 1 von einem Weltmeister-Titel zum anderen raste, strömten in Deutschland rund 100 000 Motorsport-Fans an die deutschen Strecken. Bernie Ecclestone weiß, wie man eine Kuh melkt. Der Formel-1-Zampano nutzte den Boom aus und vergab gleich zwei Rennen in das Land des Weltmeisters: den Großen Preis von Deutschland an den Hockenheimring, den Großen Preis von Europa an den Nürburgring.

Aber die Liebe der Deutschen zur Königsklasse hat sich abgekühlt. Seit 2008 gibt es nur noch ein Rennen. Und am Montag drohte Ecclestone sogar damit, dass es in diesem Jahr zum ersten Mal seit 1960 einen Terminkalender ohne einen Großen Preis von Deutschland geben könnte. Inzwischen schwächt der Brite seine Aussage ab. Der Mann, der seit 40 Jahren die Formel 1 vermarktet, hat ein Pokerspiel begonnen.

Ernsthaft will er Deutschland nicht verlassen. Er will nur mehr Geld vom Veranstalter. Mit Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Nico Hülkenberg gibt es hier drei erfolgreiche Piloten, mit Mercedes das stärkste Team. Ecclestone nennt das deutsche Publikum „lausig“, weil 2014 nur noch 52 000 Fans zum Hockenheimring gekommen sind. Bei Eintrittspreisen von 170 bis 500 Euro. Das ist alles andere als lausig.