Essener fährt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring mit

Schnelle Sportwagen jagen an diesem Wochenende über die Nordschleife des Nürburgrings.
Schnelle Sportwagen jagen an diesem Wochenende über die Nordschleife des Nürburgrings.
Was wir bereits wissen
Der Essener Sascha Friedrich spielt Fußball. Doch seine Leidenschaft ist der Motorsport. Am Samstag startet er beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

Essen-Kupferdreh.. Als Mittelfeldmotor der Sportfreunde Niederwenigern stemmt sich Sascha Friedrich aktuell gegen den Abstieg aus der Fußball-Landesliga. Doch seine ganz große Leidenschaft gehörte und gehört noch immer dem Motorsport. An diesem Wochenende startet der erst 21-jährige Kupferdreher beim 24-Stunden-Rennen des ADAC auf der traditionsreichen Nordschleife des Nürburgrings – und dies in zwei verschiedenen Konkurrenzen. Doppelter Einsatz in der „Grünen Hölle“.

Sascha Friedrich hat in der Tat „Benzin im Blut“. Trotz seiner erst 21 Lenze reist er mit der Empfehlung als zweifacher Deutscher Junioren-Slalom-Meister in die Hocheifel. Die Zeit bis zum Start am Samstag ab 16 Uhr ist knapp bemessen, denn in den vergangenen zwei Tagen war Sascha bereits zweimal vor Ort: „Jeder Fahrer muss seine Ausrüstung offiziell von der Wettkampfleitung abnehmen lassen.“ Helm, Rennschuhe- und sogar die Unterwäsche: Alles ist mittlerweile im Motorrennsport genormt und muss strengen Regeln gehorchen.

Nachhaltigkeit im Rennsport

Für Sascha ist dies jedoch schon beinahe Alltagsgeschäft, startete er doch schon im vergangenen Jahr auf dem Nürburgring, wenn auch mit durchwachsenem Erfolg: „Damals machte uns ein Motorschaden einen dicken Strich durch die Rechnung.“ Zumindest im Sechs-Stunden-Rennen siegte Sascha in seiner Klasse. Ein Achtungserfolg. „Doch diesmal wollen wir mehr.“

Wenn der Mechatroniker in Ausbildung von „Wir“ spricht, dann meint er natürlich sein Team, zu dem übrigens auch Smudo, PS-begeisterter Frontmann der deutschen Rapper-Kultband „Die Fantastischen Vier“, gehört. Mit ihm, aber auch mit Teamchef Thomas von Löwis, einem ehemaligen DTM-Fahrer, und Daniel Schnellhaas teilt sich Sascha das Cockpit des 240 PS starken VW Scirocco. Der 2-Liter-Diesel-Bolide zieht seine Kraft erstaunlicherweise aus einem Treibstoff, der zu einem Drittel aus regenerativem Rapsöl besteht. Die Tatsache, dass Saschas Rennwagen mit seiner Karosserie aus Pflanzenfasern als so genanntes „Bioconcept-Car“ gilt, beweist, dass sich Nachhaltigkeit und Rennsport nicht zwangsläufig ausschließen müssen.

Förderkandidat des „DMSJ-Youngster-Racing-Team“

Doch damit nicht genug. Bereits im Jahr 2013 zählte Sascha zu den Förderkandidaten des „DMSJ-Youngster-Racing-Team“, einer von Sorg-Rennsport aus Wuppertal betreuten Talentschmiede. „In diesem Jahr ist überraschend eine Fahrerin ausgefallen“, sagt Sascha. „Da bin ich kurzerhand eingesprungen. So kann ich weitere Erfahrungen sammeln.“ Dass er dabei notgedrungen vom VW in einen BMW 325i umsteigen muss, bringt Sascha nicht aus der Ruhe. „Ich kenne beide Autos und kann mich sehr schnell von einem Modell auf das andere umstellen.“

Viel Arbeit also für den schnellen Kupferdreher, der im Rhythmus von zwei Stunden fahren und pausieren wird. Und was ist mit König Fußball? Sascha winkt ab und schmunzelt: „Wer solch einen Doppelrenntag wegsteckt, der schafft auch den Klassenerhalt.“