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Die Rückkehr der Champions

08.03.2010 | 21:52 Uhr
Die Rückkehr der Champions

Essen. Es geht wieder rund! Und zwar exakt 1129 Mal – dann soll die Formel-1-Saison 2010 gelaufen sein. So viele Runden stehen in den 19 Rennen auf dem Programm. Start: Am kommenden Wochenende in Bahrain. Wieder mit auf dem Karussell: Michael Schumacher, siebenmaliger Weltmeister aus Kerpen, 41 Jahre alt und nach dreijähriger Pause aus dem Rentnerleben in den PS-Zirkus zurückgekehrt. Dem Vater zweier Kinder geht’s dabei nicht anders als vielen anderen Rennfahrern, denen das Leben nach einem Rückzug innerhalb weniger Jahre zu fad wurde und die deshalb ins Rennwagen-Cockpit zurückkehrten – mal mit Erfolg, mal ohne. Hier ein Blick auf die wohl spektakulärsten Comebacks der Formel-1-Geschichte.

 „Ich habe die Nase voll davon, immer im Kreis herumzufahren.“ Ganz plötzlich und unerwartet wurde Niki Lauda von unerträglicher Formel-1-Müdigkeit befallen. Es war mitten im Training zum Großen Preis von Kanada 1979, als er keine Lust mehr hatte. Der Österreicher, Weltmeister der Jahre 1975 und 1977 mit Ferrari, lenkte seinen Brabham-Alfa an die Boxen, stieg aus und verschwand aus der Rennszene.

Lauda, bis dahin lediglich nebenbei ein passionierter Flugzeugpilot, widmete sich anschließend dem Aufbau seiner Fluglinie „Lauda Air“. Finanzielle Schwierigkeiten der Firma sollen mit ein Grund dafür gewesen, dass er 1982 in die Formel 1 zurückkehrte. Er heuerte damals bei dem zu diesem Zeitpunkt relativ erfolglosen Rennstall McLaren an.

Zurück mit alter Geste: Michael Schumacher.

1984 aber war McLaren dank eines Turbo-Motors von Porsche wieder an der Spitze. Niki Lauda gewann mit 35 Jahren seinen dritten WM-Titel mit einem halben Punkt Vorsprung auf seinen Stallkollegen Alain Prost (Frankreich) – es war die knappste WM-Entscheidung aller Zeiten. Im Jahr darauf setzte sich Prost im Team-Duell gegen Lauda klar durch. Der Österreicher trat zum zweiten Mal zurück.

Als Folge seines schlimmen Feuer-Unfalls von 1976 auf dem Nürburgring lebt Lauda heute mit zwei Spendernieren im Körper. Er ist zum zweiten Mal verheiratet – mit Birgit, die 2009 Zwillinge zur Welt brachte. Aus erster Ehe hat Lauda die Söhne Matthias und Max, er ist außerdem Vater eines unehelichen Sohnes. Seine Luftlinie und eine Leihwagen-Firma hat Lauda inzwischen verkauft. An den Rennstrecken arbeitet er als Formel-1-Experte für RTL.

Der „Professor“ aus Frankreich, so genannt wegen seiner berechnenden Fahrweise, gewann in seiner „ersten“ Karriere drei WM-Titel mit McLaren: 1985, 1986 und 1989. Vor allem seine beinharten Duelle mit dem eigenen Teamkollegen Ayrton Senna (Brasilien) aus jener Zeit gingen in die Formel-1-Geschichte ein. Diese Rivalität setzte sich fort, als Prost ab 1990 für Ferrari fuhr. Nachdem er 1991 gegen Senna keine Chance hatte, stieg er aus der Formel 1 aus. 1993 kehrte Prost zurück, holte mit 38 Jahren im Williams-Renault seinen vierten WM-Titel und hörte endgültig auf. Er führte jahrelang ein eigenes Formel-1-Team, konnte dabei aber nie ähnliche Erfolge erzielen wie als Fahrer.

 Der Engländer erhielt Ende 1992 im Alter von 39 Jahren bei Williams keinen Vertrag mehr, obwohl er gerade die WM gewonnen hatte. Er wechselte zu den Indy-Cars in die USA und holte dort auf Anhieb den Titel. Nach Ayrton Sennas Tod fuhr Mansell 1994 nochmals einige Rennen für Williams, wovon er das letzte im australischen Adelaide gewann. Für 1995 unterschrieb er bei McLaren-Mercedes, passte dort aber nicht mehr ins enge Cockpit und verließ das Team nach zwei Rennen. Noch heute betont er, dass er nie seinen Rücktritt erklärt habe. Einen Vertrag erhielt er aber nie mehr.

Walter Brühl


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