Das Nervenduell zwischen Hamilton und Rosberg geht weiter

Das Mercedes-Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rsoberg wird auch beim Grand Prix von Silverstone im Fokus der Formel 1 stehen.
Das Mercedes-Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rsoberg wird auch beim Grand Prix von Silverstone im Fokus der Formel 1 stehen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Beim Heimspiel in Silverstone will der Brite Lewis Hamilton wieder nach vorne fahren. Es ist auch ein Nervenduell mit seinem Teamkollegen Rosberg.

Silverstone.. So geht Mut machen auf britisch: Der Große Preis von Großbritannien beginnt für Lewis Hamilton, wie er im besten Fall am Sonntag vor ausverkauftem Haus enden soll – mit einer Pokalübergabe. Nachdem der Titelverteidiger in der Formel 1 gründlich über die Plastik- und Kupferschöpfungen gelästert hat, die man neuerdings auf dem Podium überreicht bekäme, erhält er am Ende einer Gesprächsrunde im Fahrerlager eine imposante Trophäe aus Silber überreicht.

Motorsport Keinen Fantasiepokal, sondern die Auszeichnung für den besten Fahrer im ganzen Commonwealth. Der Vorschlag der „Sun“, doch eine der mächtigen goldenen Panzerhalsketten des 30-Jährigen einzuschmelzen, ist damit zunächst obsolet. Go for Gold, das heißt angesichts von nur noch zehn Punkten Vorsprung vor dem neunten WM-Lauf vor allem: Go for Rosberg!

Der deutsche Silberpfeil-Kollege-Rivale bleibt das sportliche Feindbild. Keiner der beiden Sternfahrer ist in dieser Saison allein zu betrachten. Was der eine tut oder lässt, hat automatisch direkten Einfluss auf den anderen. Nehmen wir die drei Siege des Wiesbadeners in den letzten vier Rennen – die beschäftigen Hamilton vor dem Heimspiel mehr, als er zugibt.

Hamilton braucht den Kampf am Limit

Um das herauszufinden, muss man dem Briten gar nicht zuhören. Es reicht, seine veränderte Mimik und Gestik wahrzunehmen. Als ob ein leichter Schatten auf allem liegt. Oder schwerer Druck. Das eine kommt von Rosberg, das andere ist hausgemacht. Und meistens sind es genau diese Situationen, aus denen sich Lewis Hamilton heraus kämpft. Manchmal erscheint es, als ob er genau diesen Kampf am eigenen Limit, die enorme Zuspitzung braucht, um alles aus sich herauszuholen. Besseres kann der Formel 1 gar nicht passieren, denn was dieses Duell der so unterschiedlichen Typen angeht, geht es spannender kaum.

Es geht im silbernen Hin und Her um Nuancen, wie das leicht verzögerte Kupplungsspiel vor zwei Wochen in Spielberg gezeigt hat. Start verloren, Rennen verloren. Schon kursierten auf der Insel Verschwörungstheorien: Rosberg würde bevorzugt.

Motorsport In Silverstone bedankte sich Hamilton aber nun offiziell beim Arbeitskollegen, dass dieser den Fehler im System bei Testfahrten gefunden habe. Da war natürlich auch die Absicht im Spiel, elegant von einer möglichen eigenen Startschwäche abzulenken.

Rosberg, der eine Viertelstunde später seine Pressekonferenz gab, war überrascht. Er wisse von nichts – denn natürlich will er, dass der gelungene Start seinem fahrerischen Talent und nicht einem Elektronikdefekt gut geschrieben wird.

Aber wer lässt sich schon gern freiwillig vom anderen helfen in dieser Ego-Weltmeisterschaft? Im letzten Jahr verbockte Hamilton die Qualifikation in Silverstone, fuhr aber den Sieg ein, weil Rosberg in Führung liegend ausfiel. Auf ein Vorabduell an der Rudermaschine in der Mercedes-Rennfabrik wollte sich der Deutsche nicht einlassen: „Ich habe Vollgasrudern noch nie gemacht, und es macht keinen Sinn, wenn ich fit im Auto sein muss.“

Die Grillparty bei Nico Rosberg

Hamilton machte bei der Trockenregatta eine gute Figur, Sieger des Wettbewerbs aller mit Mercedes-Motoren ausgestatteten Formel-1-Fahrer wurde jedoch Nico Hülkenberg von Force India.

Motorsport Doch die (un)traute Zweisamkeit der Silberpfeil-Piloten wurde dann doch noch weitergeführt. Am Donnerstagabend standen beide schon wieder in der gleichen Startreihe – mit ihren Wohnmobilen an der Rennstrecke. Nico Rosberg hatte Mercedes-Teammitglieder zum Grillen eingeladen, und tat überrascht, dass ihm Hamilton auch in der Freizeit so nah auf die Pelle rückte: „Ich stelle einen hohen Zaun auf.“ Sicherheitshalber wiederholte er drei Mal, dass es sich um einen Witz handeln würde, während Hamilton die Einladung gern annahm: „Gratisessen schmecken doch am besten.“